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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 5 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. 169 für die 430jährige Arbeit. Man rechnete nach und es reichte alles Gold selbst für die Arbeit von hundert Jahren nicht aus: die Kläger liefen davon und ließen ihre Felder und Weinberge im Stiche. — Daselbst wird auch erzählt, die Söhne Aftica's traten vor Alexander klagend gegen die Juden auf:;,Das Land Kenaan gehörte ursprünglich unserm Urahn Kenaan, und gehört jetzt uns als seinen Nachkommen. Gebiha ben Pesisa antwortete: Ihr beweiset aus der Schrift, wohlan, so will ich aus ihr den Gegenbeweis bringen. Es heißt: Kenaan sei seinen Brüdern ein Knecht der Knechte (1. B. M. 9, 25); was der Knecht besitzt ist Besitz des Herrn. Sie fanden hierauf keine Antwort ff." Aehnliches wird auch von den Söhnen Jsmaels erzählt, die ebenfalls vor Alexander verlangten, es möge ihnen als den Söhnen Abrahams ein Theil vom Lande gegeben werden; worauf sie Gebiha ben Pesisa in obiger Weise aus der Schrift überführte. Welches historische Moinent diesen Gesprächen, die wie man leicht erkennt spätere Ausschmückungen sindch, zu Grunde liege, ist bei den spärlichen Nachrichten aus jener Zeit schwer zu ermitteln8 9). 8) Selbst der Name ו.ביהא בן בסיפא scheint mehr ein Spottname zu sein: ״ein Mann mit hohem Nucken, Buckel", wie er Synhedrin 91. Megillat Taanit e. 3 —׳ vgl. auch an letzterer Stelle ׳—•אשור. ו.ב'התך geschildert wird. 9) Zu erwähnen ist noch, daß auch Megillat Taanit diese Erzählung har <c. 3, nur wird daselbst statt des Colloquiums mit den Kindern Jsmaels eine von den Samaritanern beabsichtigte Aufstachelung Alexanders gegen den Tempel erwähnt), und wollen diese Erzählungen das dortige Epigraph בכ״ה .פית פסלון) איתנטלו דימסנאי מיהודה ומירושלם) erklären. Die Erklärung verfehlt aber ganz den Sinn des Epigraphs. 5 דימסנאיY]jj.0ffu*>vat sind Generalpächter. Wie aus Josephus Alterth. 12, 4 bekannt, waren die Einkünfte von Palästina (nebst den angrenzenden Ländern) von den ptolem. und wahrscheinlich auch später von den syrischen Königen an den Meistbietenden verpachtet. Unter Jonathan dem Maceäbäer (vgl. 1. Maccab. 11, 28) wurde das Land von der syrischen Steuer befreiet. Der Tag also wo diese Generalpächter mit ihren Vexationen aus Palästina schwanden, wurde als Halbfest angesetzt. Vielleicht gab dieses Veranlassung zu obigen Erzählungen, die sich um Besitz und Geldfragen bewegen. (Synhedrin a. a. O, ist hier ein Abschreibefehler: für בכ״ד בניסן muß sein בכ״ה בסמן). — Aehnlich dem gedachten Epigraph ist auch Epigraph Megillat Taanit c. 2 zu verstehen: בכ״ג ביה (באייר) איתנטילו נלילאי מיהודה ומירושלם. Dieses כליטאי beziehet sich auf das 1. Macc. 30, 29. 11, 35 gedachte or&pavo׳. Krongeld (dieses פלילאי kommt auch in dieser Bedeutung mit dem Vorgesetzten השי Baba batra 8a vor), und wurde ebenfalls unter Jonathan abgeschafft (das. 11, 39). Die in Megill. Taan. gegebene Erklärung verfehlt vollständig den Sinn.

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