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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 5 · p. Seite 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 168 (sequence 8)
Language
German
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168 Zur Geschichte der jüdischen Neligionsgesprüche. zweierlei bewirkte: Rettung Jerusalems vor Zerstörung, und Begünstigung des Tempels daselbst dem Tempel auf Gerisim gegenüber, der mit Bewilligung Alexanders, zu dem die Samaritaner zeitlich übergegangeu waren, erbauet worden war°). Diese mochten sich auch in der That bei der frühern Geneigt- Heit Alexanders fürFie die Zerstörung des jerus. Tempels von ihm erbeten haben; Simon gelang es dessen Sinn zu ändern. Bei der tiefen Heilighaltung und Werthschäßung des Tempels, ging die Erinnerung an die gleichzeitige Rettung der Stadt vor der Erinnerung an die Erhaltung des Tempels auf, und so verblieb der 21. Kislew nur als der Tag ״des Berges Gerisim", d. i. wo der Tempel sich gegen den auf Gerisim behaupteteZ. Die talmudische Erzählung, die das oben aus Josephus erwähnte Colloquium, da es sich nicht in Palästina zugetragen, mit Stillschweigen übergehet, weiß (Synhedrin 91) von anderen früheren Gesprächen, die jedoch nicht einen religiösen, sondern einen politischen Charakter tragen. Wir heben hier den Kern der Erzählung, um den sich andere Vorgänge ähnlichen Inhalts lagern, heraus. Die Egypter brachten bei Alexander Klage gegen die Israeliten vor, sie sollten das Gold und Silber, das sie bei ihrem Herauszuge aus Egypten entlehnt und mitgenommen, zurückerstatten. Ein gewisser Gebiha ben Pesisa trat ihnen entgegen und sagte: Woher bringet ihn euern Beweis daß solches geschehen? Aus der Schrift/wo ns heißt ״und sie liehen ihnen ff." (2. B. M. 12,86). Wohlan so will ich auch meinen Beweis aus der Schrift bringen. Es heißt ׳״die Jsrae- Uten waren 430 Jahre ff." (das. V. 40): gebet uns den Lohn 6) Das. 3. 4. 7) Joma 693, wird wie in Megillat Taanit erzählt, nur ist dort irrthümlich בכ״דו בטבת für בב״א בכסלו. — In der samarit. Chronik des Abul- Phatach (Paulus Repertorium Th. 1. S. 125 ff.) wird ebenfalls eines Cottoquiums der Juden und Samaritaner vor einem Ptolemäus erwähnt, das sich um die von einander abweichenden Gesetzbücher, um die-verschiedenen Tempel ff. bewegte, und worin natürlich die Samarit. den Sieg davon trugen. Es wurde schon an einem andern Orte (lieber den Einfluß der paläst. Exegese auf die alexandr. Hermeneutik S. 253) nachgewiesen, daß die Samaritaner aus jud. Schriften in höchst unwissender Weise entlehnten und das dort Erzählte zu ihren Gunsten umwandelten. Das von Jynboll vor einigen Jahren heraus gegebene samaritan. ״Buch Josua" (von N. Kirchheim in seinem *ברבו שבחן ins Hebr. übersetzt) liefert einen neuen schlagenden Beleg.

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