Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
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Zur Geschichte der jüdischen Neligionsgespräche. 167 etwas befremdend scheinen, daß man wegen eines zu Alexandrien errungenen religiösen Sieges in Palästina, das zu jener Zeit nicht unter ptolemäischer (egyptischer) sondern unter seleucidischer (syrischer) Herrschaft stand, ein Halbfest werde eingesetzt haben. Die Erklärung in Megillat Taanii zu diesem Epigraphe gibt Folgendes an. ״Die Kuthiim (Samaritaner) wünschten von Alexander (dem Großen) die Erlaubniß zur Zerstörung des Tempels zu erhalten und sprachen zu ihm, verkaufe uns fünf Morgen Landes auf dem Berge Moria. Als Simon der Fromme hiervon hörte, zog er sein Hohepriestergewand an und ging in Begleitung der Priester und der Vornehmsten Jerusalems, die in ihren Händen brennende Fackeln trugen, dem Alexander entgegen. Als dieser den Zug erblickte stürzte er von seinem Wagen auf Simon zu und warf sich vor ihm nieder. ״ Seinem hierüber erstaunten Gefolge sagte er, daß ein Mann in dieser Gestalt vor ihm im Kriege einherziehe und ihm den Sieg verschaffe. Simon erzählte nun dem Alexander, daß man für ihn im Tempel bete, und diesen Ort, fügte er hinzu, wollen die Kuthiim zerstören! Alexander übergab sie hierauf dem Simon zur Bestrafung und dieser ließ sie schleifen ff." Auch Josephus erzählt die Zusammenkunft Alexanders mit Simon und, wie bekannt, ganz in derselben Weise; nur bringt er diesen Hergang mit dem Anrücken Alexanders gegen Zerufalem in Verbindung. Die Juden hielten mit unerschütterlicher Treue bei dem Perserkönig auch in seinem Unglücke aus und wollten sich nicht dem Sieger Alexander unterwerfen; sie zogen sich hierdurch dessen Zorn zu und er beschloß, ihn gegen Jerusalem auszulassen: Simon gelang es den Zorn des mächtigen Siegers in obiger Weise zu beschwichtigen^). Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Simon bei dieser Zusammenkunft erst in späterer Zeit hinzugefügt wurden — schon die Verschiedenheit der Diction, die Erklärungen hebraisiren, weiset darauf hin — und mitunter den Sinn des Epigraphs offenbar verfehlen, vgl. weiter Anmerk. 9. Es finden sich daher auch zuweilen Zwei Erklärungen, vgl. c. 5 בפ״ד בי׳ תבנא דיננא, und nur die erste ist richtig, c. 1l בנ״ד בי׳ ובו׳ vgl. vor. Jahrg. S. 440 Anm. 1. — An c. 2 בז׳ באייר ונו׳ כתוב בבזגלד. זאת ובו׳ erkennt man deutlich, daß hier der Erklärer spricht. Diese Erzählungen sind Iheils aus dem Talmud, theils aus Midraschim entlehnt. 5) -Atterth. 11. 8, 5. Für Simon wird dort Jaddua genannt, worüber vgl. die Commentatoren.