Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Erläuterungen der auf einigen mathematischen Sätzen beruhenden Mischna Kilaim 5, 5
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 8)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 153 Aus den beispielshalber beigegebenen Figuren (Fig. 2 bis 9) ersieht man, daß durch verschiedene Stellung des ירק bei Weinbergen mit vierelligen sowohl als mit fünfelligen Quadraten sich eine verschiedene Anzahl von verbotenen Weinstöcken ergibt. Ebenso ergibt sich aus de» Figuren, daß bei sechs- oder sicbenelligen Quadraten ein 16ekliger oder 20elliger Radius zu nehmen sei, wenn man nämlich in den nöthigen Fällen Maimuni's Kreiscrweiterung wegen עבודת הכרם anwendet. Wie konnte nun die Mifchna im ersten Thcile eine Zahl und im zweiten Theile ein Längenmaaß anflihren? Hieraus zieht Maimuni den Schluß: Es geschah deshalb, um in allen Fällen die größte Verschärfung des Verbots להחמיר anzudeuten. Es soll bei vier- und fünfWgen Quadraten 45 die kleinste Anzahl der verbotenen Weinstöcke, bei sechs- und siebenelligen Quadraten 16 Ellen Radius der kleinste anzuwendende Radius sein. Die Mischna wollte also im ersten Theile angeben, daß bei vier- und fünfelligen Quadraten keine geringere Zahl als 45 verboten sei, worauf der j, T. ganz richtig bemerkt והוא שזרע כנגד האמצעית, es müsse int Beispiele der Mischna das ירק bei vier- und fünfelligen Quadraten um den Weinstock herum sich befinden, denn wenn das ירק die Stellung wie in Fig. 6 und 7 hätte, so würde die Uebereinstimmung in der Zahl 45 nicht erzielt werden. In gleicher Weise deutet die Mischna im zweiten Theile an, daß bei sechs- und siebenelligen Quadraten wenigstens der 16 eilige Radius anzuwenden sei, welches aber in manchen Fällen die Vergrößerung des Radius bis 2V Ellen nicht ausschließt. Diese liebere in stimmung in der 16 eiligen Größe des Radius erhält man aber nur, wenn bei sechselligen die Stellung des ירק wie in Fig. 8, bei siebenelligen wie in Fig. 5 ftattfindet. Den Grundgedanken zur Kreiserweiterung schließt Maimuni aus der Angabe der Zahl 45 bei fünfelligen Quadraten. Nach dieser Auffassung sind die ersten beiden Einwürse Heller's, die verschiedene Stellung des ירק bei sechselligen Quadraten, und die zweitheilige Gruppirung der Weinbergsarten betreffend, erledigt. Der dritte Einwurf endlich wird dadurch widerlegt, da Maimuni in seinem Jad Hachasakah die Halachah ausspricht, daß es erlaubt sei, in einem quadratischen Beete von 6 Quadratellen 9 verschiedene Sämereien zu pflanzen, und zwar 5 Sämereien in 5 sich berührenden Kreisen und 4 Sämereien in den Winkeln des Quadrats, weil die sich berührenden Kreise eine sichtbare Trennung darbieten (s. Jad Hachasakah Kilaim Cap. 4. 15 u. 16). Aus demselben Grunde hält er nicht für nöthig, den 16elligen Radius bei Weinbergen mit vierelligen Quadraten zu vergrößerm, da in diesem Falle der Kreis von einer Weinstocksreihe tangirt wird und eine sicht-