Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Juden in den Oasengebieten der Saharra von Tuggurt und Suf
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 5)
- Language
- German
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- Dornum 1× ep/1044450
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136 Die Juden in den Oasengebieten mohamedanische Bevölkerung von Suf beweist sich ziemlich tolerant gegen die Juden, nur sind diese genöthigt einen schwärzen Turban als Unterscheidungszeichen zu tragen, und es gereichte den hiesigen Moslemin zum wahren Scandal, als sie den frechen Isaak mit dem kameelhaarenen Strang der Araber um den Kops einherstolziren sahen, und nur seine Eigenschaft als osficieller Dolmetscher des unter dem Schutz des Scheich von Tuggurt reifenden Fremden vermochte ihm Demüthigungen zu ersparen, die ihm in jedem andern Falle reichlich zu Theil geworden wäre. Der einzige Act von Unduldsamkeit, worüber die Juden zu Suf bittere Beschwerde führen, war das ausdrückliche Verbot von Seiten der Ortsbehörden, zur Osterzeit ihre Thora auszustellen (?); auch wünschten sie namentlich deshalb die Unterwerfung der Suafa unter französische Herrschaft, weil ihnen dann sicher die duldsamem Christen unbedingt freie Ausübung ihrer Religion gestatten würden. Die Familie, von welcher David das Haupt war, bestand ans feiner Frau Rachel, einer 15jährigen Tochter und zwei verheiratheten Söhnen, wovon der ältere im väterlichen Hause wohnte; auch ein unbemittelter Nesse Davids wohnte mit Frau und Kindern in einem der Seitengebäude des Hauses, wo der gute Oheim den größten Theil zur Unterhaltung dieser Familie beitrug. Es besteht überhaupt bei dieser kleinen Gemeinde die schöne Sitte, daß dieselbe keines ihrer ärmern Mitglieder Noth leiden läßt, und ein Familienvater, der durch irgend einen unglücklichen Zufall außer Stand gesetzt wird zu arbeiten, ist daher jeder Sorge für seine und seiner Angehörigen Zukunft enthoben. So ward ein blinder Mann mit seiner Familie ganz aus Kosten seiner Gemeinde erhalten; das ganze Jahr hindurch wurde ׳ diese Familie hinlänglich mit Nahrung und Kleidung versorgt, und der arme Blinde, um doch wenigstens durch etwas seine Erkenntlichkeit zu beweisen, machte dafür bei festlichen Anlässen den Spaßmacher, zur Ergötzung seiner mildthätigen Glaubensbrüder, und war daher bei jedem Festmahl ein stets willkommener Gast. Die Tracht dieser Israeliten männlichen Geschlechts ist ungefähr diejenige der gemeinen Araber, und unterscheidet sich von der letztem nur durch die schon erwähnte schwarze Kopfbinde, die bei Wohlhabenden immer von schwarzem Tastet ist; dagegen bietet diejenige der Frauen ein auffallendes Gemisch