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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 4 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden in den Oasengebieten der Saharra von Tuggurt und Suf
Date
1855-01-01
Page
Seite 135 (sequence 4)
Language
German
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der Saharra von Tuggurt und Suf. 135 eine eigene Wohnung, die mir der Rath zurecht machen lassen wollte, zu beziehen, wohin man mir regelmäßig die Diffa für mich und meine Leute, und die Alfa für unsere Pferde senden würde. Ich dankte dem Rathe, da ich es vorzog, für meinen sich etwas in die Länge ziehenden hiesigen Aufenthalt bei dem Juden David zu wohnen, nahm jedoch die Futterlieferung für die Pferde mit Erkenntlichkeit an. Die Dschemmah verabschiedete sich jetzt, nachdem sie mich zuvor gebeten hatte, mich für alles was mir zu wünschen übrig bliebe, ohne Rückhalt an sie zu wenden. David war seinerseits entzückt über den Vorzug, den ich seinem Hause vor dem des Dar-Diaf der Aeltesten gegeben; er küßte mir einmal über das andere die Hand, mit der wiederholten Versicherung, daß er Alles aufbieten werde, mir meinen Aufenthalt bei ihm so an« genehm als möglich zu machen. Auf seinem Befehl ward mein Gepäck in der in einem Seitenflügel des Hauses befindlichen Wohnung seines ältesten Sohnes, dasjenige Isaaks aber in einer eigenen untergebracht, und die mittlere offene Galerie mit weichen Matten und Teppichen belegt, um mir und meinem Dolmetscher zur gemeinschaftlichen Schlafstätte zu dienen. Amara wollte als guter Muselmann nicht bei einem Juden wohnen und essen, und suchte daher bei einem Bekannten in der Stadt sein- Unterkommen. Die zu Taghzut wohnenden Juden sind alle mit einander verwandt, und bilden mit einigen zu G'mar und El-Wed anlässigen Familien ein echt patriarchalisches Völkchen. Diese Leute sind fern von dem schmutzigen Schacher; die Reichen unter ihnen treiben einen Großhandel mit in der Saharra gefertigten Kleidungsstücken, und sind zugleich Eigenthümer von Palmgärten; andere treiben verschiedene Handthierungen und sind Gold- und Silberarbeiter, Blechschmiede, Kardätschen- und Wollkammmacher u. s. w. Diese letzteren ziehen einige Monate im Jahre in den verschiedenen Städten der Saharra herum, um daselbst ihre Handwerke auszuüben, und kehren dann mit dem verdienten Gelbe zu ihren Familien zurück. In jeder der drei genannten Städte ist das älteste Familienhaupt Priester (?) der mosaischen Religion, und in seinem Hause versammeln sich jeden Abend alle Israeliten männlichen Geschlechts zum Geber. Zu Taghzut war es mein neuer Gastfreund David Ben-Khalfa, dem die priesterlichen Functionen seiner Religion oblagen. Die

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