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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 4 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden in den Oasengebieten der Saharra von Tuggurt und Suf
Date
1855-01-01
Page
Seite 134 (sequence 3)
Language
German
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134 Die Juden in den Oasengebieten halb seines Reifezweckes und wir erfahren nichts von ihnen. Doch lassen wir nun unfern Reisenden endlich selbst reden: Bald aber ließ mich der Anblick von Taghzut, das wir in geringer Entfernung auf einer kleinen Anhöhe vor uns liegen sahen, dies kleine Ungemach vergessen; unsere, die Nähe eines neuen Ruhepunktes witternden Saumthiere, verdoppelten ihren Schritt, und gegen neun Uhr langten wir an dem nordöstlichen Thore dieser Ortschaft an. Hier fanden wir die israelitischen Einwohner der Stadt, die etwa vier Familien ausmachen, in ihren Festkleidern, denn es war um die Zeit ihrer Ostern; von unserer Ankunft unterrichtet, hatten sie uns erwartet, und schüttelten mir jetzt treuherzig die Hand, wahrend sie ihren Glaubensgenossen Isaak mit großer Inbrunst umarmten und küßten. Der Aelteste dieser Israeliten, David Ben-Khalfa, hieß ohne weitere Umstände unsere Geffla nach seiner Wohnung ziehen, was unserem Amara eben nicht sehr zuzusagen schien; allein da ich das gastfreundliche Anerbieten des guten Alten angenommen hatte, so mußte er sich wohl fügen und wir zogen, von der kleinen Schaar Juden gefolgt, welcher sich bald alles, was unfern Zug erblicken konnte, beigesellte, zu Taghzut ein. Die Behausung des Juden David befand sich in dem östlichen Theile der Stadt; der Hof derselben bildete ein großes Viereck, welches auf drei Seiten mit Wohngebäuden und Galerien umgeben war; so groß er war ward er augenblicklich mit Menschen angefüllt, welche sich bis unter die Galerie, wo ich mich auf einen Teppich niedergelassen, drängten, so daß ich mich kaum rühren konnte. Vergebens suchte sich Isaak eine Wichtigkeit zu geben, indem er fich chier und da zu thun machte, sich scheltend und stoßend durch das Gewühl drängte, und zuletzt gar meine Doppelflinte und meine Pistolen, unter dem Vorwand sie auszuladen, abschoß. Die Schelme lachten ihm nur ins Gesicht, indem sie ihn spöttisch fragten, warum er beim Losbrennen der Gewehre die Augen zugedrückt habe. Die Ankunft der Aeltesten der Dschemnah von Taghzut befreiete mich von dem zudringlichen Plebs; auf ihren Befehl zog sich Jedermann zurück, und sie ließen sich nach den ersten Begrüßungen auf meine Einladung zu mir auf den Teppich nieder. Sidi-Dschellali, einer dieser Väter der Stadt, der den Sprecher machte, las das ihm dargebotene Empfehlungsschreiben des Scheich von Tuggurt, worauf er mir den Vorschlag machte,

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