Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Juden in den Oasengebieten der Saharra von Tuggurt und Suf
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 2)
- Language
- German
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der Saharra von Tuggurt und Suf. 133 ein großes Band der Erkenntniß und des religiös-nationalen Selbstbewußtseins inniger umschlinge Keneset Israel? Sollte der Geist eines Benjamin aus Tudela dem neunzehnten Jahrhundert ganz entsremdet sein? — ״Jüdische Reisende" gibt es genug! Selbst einer der Dreigestirne Her Reisenden ins Innere von Afrika, der bald lebend, bald todt geglaubte Herr B., soll geborner Jude sein. — Aber die confessionelle Geburt des Touristen ist uns gleichgültig, seine jüdischhistorische und theologische Befähigung, seine Liebe zu dem und seine hohem Zwecke für das Judenthum sind es, die wesentliche Forderung für uns sein müssen. Trotz der bösen Dämonen, der Asa und Asael der Gegenwart, des Materialismus und Jndifferentismus, dieser innern Feinde alles höhern jüdischen Interesses, glauben wir nicht an die Fruchtlosigkeit der Anrcgung dieses Themas. Hat ja die Kunst ihren jüdischen Mäcen gesunden, durch ein jährliches Stipendium, ihren jüdischen Priestern Kunstreisen zu ermöglichen! Ja, selbst der historische Rest, die Restauration mittelalterlicher jüdischer Antiquitäten am Rhein, haben ihre israelitischen Interessenten gefunden! (Wie sich das Judenthum zur Archäologie verhält, besprechen wir nächstens.) Wir haben namentlich deshalb hier Gelegenheit genommen, für dieses zweifelsohne höchst verdienstliche Unternehmen anzuregen, weil durch diesen Reisebericht, betreffend unsere Glaubensgenossen in Len Oasengebieten der Saharra, zu Algerien gehörig, so recht klar vor Augen tritt, wie ganz anders die Nachrichten sein würden, wenn ein Glaubensgenosse dem andern begegnet, ״wenn das Herz.sich zum Herzen gefunden hätte!" Die magern Berichte unseres Reisenden über die Juden in der Saharra sind das Resultat der puren Zufälligkeit. Herr Zill, ein Deutscher, verlangt von der französischen Commandantur, Herrn v. Germain, einen zuverlässigen Dolmetsch, und als solchen empfiehlt ihm dieser einen Juden aus Algier, ansässig zu Biskra, Namens Isaak Azula, französisch wie seine Muttersprache sprechend, und dieser ist es der unfern Reisenden mit den Inden zusammenführt. Größere Humanität und Bitdüng, die er bei diesen mehr als bei den Arabern findet, veranlassen denselben, sich ihnen enger anzuschließen. In Tuggurt fand Herr Zill sehr viele Juden, da diese aber weder zum Pflanzennoch zum Mineralreiche gehören, so liegen sie außer-