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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 4 · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4
Article
Rabbi Meir
Date
1855-01-01
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Rabbi Me'i'r. 127 sie ihre Fragen und Einwände, und so oft die Lösung derselben nicht von Statten gehen wollte, hinterdrein auch diese schriftlich in das Haus zu.bringen. Endlich überzeugte man sich, daß man durch die Ausstoßung der beiden Männer mehr der Sache als ihnen geschadet hätte, und R. Jose meinte: ״Die Lehre weilet draußen und wir im Hause". Es kam zu einer Aussöhnung, ohne daß jedoch das Patriarchenhaus die Gefahr, die ihm durch R. Mei'r gedroht hatte, ihm jemals ganz verzeihen konnte. Seine halachischen Lehrsätze wurden in Zukunft, statt unter seinem Namen, unter der Formel vorgdtragen: ״Andere sagen"'). Erst ein Enkel R. Simon's, überrascht von dem Reichthum und der Wichtigkeit der halachischen Sätze, die alle unter der unscheinbaren Formel: ״Andere lehren", ihm mitgetheilt wurden, machte seinen Vater, den damaligen Patriarchen, R. Jehuda den HeiligenKgus das unangemessene Verfahren mit den Worten aufmerksanWMas sind denn das für Leute, deren reicher Wissensquell unfern Durst löscht und deren Namen wir zum Dank nicht einmal der Erwähnung für werth halten?" Die Antwort seines Vaters: ״Das waren Leute, die Deine und Deines, väterlichen Hauses Ehre zu untergraben sich unterfingen''? befriedigten den edlen, vor der wissenschaftlichen Bedeutung jener ״Andern" sich beugenden Jüngling nicht, und man mußte ihm künftighin die Sätze unter veränderter Formel vortragen (Horajot 13b u. 14). Wie hoch übrigens R. Jehuda selbst trotz seiner Eingenommenheit' die religiöse Gewissenhaftigkeit Mekr's angeschlagen habe, beweist am unzweideutigsten die Chulin 6b mitgetheilte Thatsache, daß ersterer auf das bloße Zeugniß hin, daß R Meir in Bet Scheon eine Krautart gegessen habe, ohne für ihre Verzehntung zu sorgen, den Gesetzesbeschluß publicirte, daß Bet Scheon hinsichtlich der Verzehntung nicht mehr als zu Palästina gehörig anzusehen sei. Ob sein ungünstiges Verhältniß zum Patriarchen oder welcher andere Grund R. Me'tr bewogen habe, gegen das Ende seines Lebens das Land seiner ausgezeichneten Wirksamkeit zu verlassen und nach Kleinasien überzusiedeln, ist nicht mit Sicherheit anzugeben. So viel ist gewiß, daß er nur mit innerer 1) Auf diesen Vorfall find natürlich auch die Worte des Jeruschalmi אלו מגלדוץ init: 'בקש? לנדות אל-.ר' מאיר ובל zu beziehen. (Wie sehr dieses אתריפ, das nie in der Mischna vorkommt, wo vielmehr so häufig ר' מאיר genannt wird, noch der Aufklärung bedürfe, wird anderswo dargethan werden. F.) 10'*

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