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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 3 · p. Seite 117

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1855-01-01
Page
Seite 117 (sequence 3)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 117 nische Umgebung von der Gefahr des Götzendienstes bedroht gewesen, trifft nicht. Die Gefahr, an die Stelle des wahren Gottes einen Götzen zu setzen, ist eine ewige, da jede unwürdige Vorstellung von Gott Götzendienst ist. Die Kunst aber muß eben Gott, den Heiligen und Unfaßbaren, erst zn einem Zeus Herabdrücken, ehe sie seiner Hab- Haft werden und ihn zum Gegenstände ihrer Darstellung machen kann. Warum sollte sie, nachdem die Götter des Olhmpes längst der sinaitischen Stimme erlegen sind, den hellenischen Standpunkt festhalten wollen, anstatt auf die Höhe der religiösen?Anschauung unserer Zeit sich zu stellen, was freilich für sie den Sinn hat, die Darstellung Gottes ganz aus ihrem Bereiche zu lassen? Ohnehin hat ja der Analogieschluß, durch den die moderne Kunst ihr Recht aus die anthropomorphistische Darstellung Gottes motivirt, nur den Werth so vieler Analogieschlüsse, die nur das Analoge in den verglichenen Dingen, nicht aber zugleich das Differente derselben in's Auge fassen. Er lautet ungefähr so: Die Bibel selbst bedient sich ja doch, um das Walten Gottes dem in seinen menschlichen Vorstellungen befangenen Menschengeiste näher zu bringen, anthropomorphistischer Wendungen und Bilder. Was der Sprache in Worten erlaubt ist, wird ja doch wohl ebenso ihrer ebenbürtigen Schwester, der Sprache in Bildern, gestattet sein. Wenn die Kunst ganz aus dieselbe Weise und mit denselben Mitteln wirkte wie die Sprache, dann wäre auch dies Argument richtig, dann brauchte der Geist aber überhaupt entweder die Sprache oder die Kunst nicht. Die Bedeutung beider als Manifestationen des Geistes beruht aber eben darauf, daß sie einander ergänzend nachhelfen und bald die eine, bald die andere adäquater den geistigen Inhalt, den sie verkörpern sollen, zur Anschauung bringt. Die vereinzelten anthropomörphistischen Bezeichnungen irgend eines der Attribute Gottes in der Bibel werden, bevor sie Zeit haben im Kopfe des Hörers oder Lesers zn einem, wenn auch idealen Anthropos sich zusammenzuthun, paralhsirt oder berichtigt durch andere Aeußerungen desselben Buches, die aus das blos bildlich Gemeinte in jenen Ausdrücken unverkennbar Hinweisen. Das leibhaft tige, sinnliche Bild Gottes hingegen drängt sich als Ganzes in anmaßlicher Nacktheit uns auf, und während es für denjenigen, dessen religiöse Erziehung bereits vollendet ist, die menschliche Ohnmacht weit eher als'die göttliche Macht versinnlicht, erhebt es in den Augen der zu erziehenden Jugend den Menschen nach Griechenart zum Gotte. Ref. glaubt daher allen Ernstes, daß er mit seiner Behauptung, auch die idealste und erhabenste Menschengestalt, wenn sie den namen- und formlosen Gott repräsentiren will, mache auf den religiös Gereiften,.

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