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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 3 · p. Seite 116

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1855-01-01
Page
Seite 116 (sequence 2)
Language
German
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116 Recensionen und Anzeigen, auf einmal, sehen zu lassen und verschafft so der Kunst die ausgedehnteste Herrschaft auch über das Nacheinander, ohne welche sie eine sehr unvollkommene Anslegerei der Geschichte wäre. Außerordentlich sinnig und geistreich ist der Künstler in seiner Symbolik. Man vergleiche die Art, 'wie er das .7 י$שםור:דרך י עץ חיים(den.Weg zum Lebensbaume zu bewachen) oder das!״$<,;;את •' הארץ הואר«? (deinen NachkWmc-y will ich dieses Land geben) in die Sprache der.Kunst überträgt, Man vergleiche namentlich die Scene, in welcher Joseph dem Pharao seine Träume deutet. .Nicht minder sind hie GestasW. ider biblischen Hysonen selbst meistentheils von der überraschendsten Großartigkeit. Man, fleht es diesen markigen, in idealer Schönheit prangenden Menschen an, daß sie nicht eigentlich Menscheu, im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sondern Herren des Menschengeschlechts sind. Dabei ist das Chärakteristische nirgends durch Aeußerlichkeiten erreicht; die Gestalten selbst sind es,'nicht ihre Gewandung, was sie charakterisirt. Abgesehen davon, daß es überhaupt dem Künstler weniger schön ansteht, bei Aus- Übung seiner Kunst den Antiquitätenl'rämer zu spielen, war es namentlich bei einer populären Schöpfung sehr weise gehandelt, lediglich an die einfachsten, auch ohne das Medium der Gelehrsamkeit verständlichen Mittel der Charakteristik sich zu halten.! Wenn .wir, wie eben geschehen, die uns dargebotenen Blätter populär nennen, so wollen wir damit jene Popularität bezeichnen, die Schiller in seiner Kritik über Bürger von der Poesie fordert, d. h. diejenige, die nicht mit der Einbüße an ästhetischer und.sittlicher Würde erkauft wird. Die in Rede stehenden Bilder sind für bas Volk und. vorzugsweise für die Jugend bestimmt. Dieser ihrer Bestimmung zu Liebe war der Künstler so weit entfernt, von der Höhe seiner Kunst hinabzusteigen, daß er vielmehr, offenbar von der ihn ehrenden Voraussetzung ausgehend, die wahre Kunst müsse zu dem Gemüthe eines jeden unverdorbenen Menscheu einen Weg -finden, die Jugend und die Laien mit Kunstwerken im edelsten Sinne des Wortes beschenkt. Für uns Inden sind die Bilder alten Testamentes besonders erschienen und zwar jedes derselben mit dem bezüglichen Bibelverse in hebräischer und deutscher Sprache versehen. Daß wir diese ׳ Gabe in vollem Maße zu würdigen wissen, davon dürfte der Künstler sich überzeugt halten. Nur gegen die Blätter, in denen Gott selbst dargestellt wird, erlaubt sich Res. im Namen der Religion sowohl als der Kunst seine Bedenken auszusprechen. Die jüdische Religion verbietet, in ausdrücklichen und unzweideutigen Worten, Gott in irgendwelcher Gestalt darzustellen. Die Deutung, daß dieses Verbot nur der Zeit, gelte, in welcher Jisrael durch seine Heid-

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