Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wann war die Eroberung Jerusalems durch Pompejus, und wann die durch Herodes?
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 4)
- Language
- German
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112 Wissenschaftliche Aussätze. für Herodes, der aus Politik in jeder Weise und auch bei dieser Erobcrung selbst (vgl. bell. Jud. 1, 18, 3. ant. 14, 16, 3) die religiösen Anschauungen der Juden zu schonen suchte, den Hauptangriff auf den Tempel gerade an diesem heiligen Tage zu führen oder nur zuzugeben: das wäre gewiß eine t(tu־»]£ xcde7uo־s'pa vixiq gewesen, wie Josephus bei dieser Gelegenheit schön sagt. — 3) Daß t» xp׳/ra jj.tqvI ant. 14, 16, 4 und zumal in dem dort nachzulesenden Zusammenhänge bedeuten solle: ״im dritten Monat des Antigonus" und dies wieder: ״im dritten Monat von Antigonus' viertem Jahre" ist eine Behauptung, die Jost's nicht würdig ist; und die Annahme in Frankens früherer Zeitschrift (von 1846. S. 152), hier sei der dritte Monat des Olympiadenjahres gemeint, adoptirt gewiß Niemand. — Nicht so urgircn will ich ein viertes Argument, daß ant. 14, 4, 3 und 5611. Jud. 1, 7, 5 bei der Eroberung durch Pompejus die Priester so am Altäre beschäftigt erscheinen, wie nicht der Fall am Versöhnungstage gewesen sein könne, wo ״Alles durch den hohen Priester selbst zu geschehen hatte"; denn Letzteres bezweifle ich, nach! Josephus selbst und aus inneren Gründen. Nun glaube ich zwar, daß Josephus unter der sopvH T׳?j<p den Versöhnungstag verstanden habe, daß er neben diesem Ausdrucke aber t<3 rp(tm [rqv( in keinem anderen Sinne geschrieben haben kann, als daß die Eroberung im dritten Monat der Belagerung stattfand״ Die Sache scheint mir sich so zu verhalten: Josephus fand, daß die Eroberung unter Pompejus ״im dritten Monat" war, und bezog das mit Recht auf die Dauer der Belagerung, er sagt 5611. Jud. 1, 7, 4 ׳upiTw jn]vt T7js 1roX(.opx(a<p, und anders wollte er gewiß auch «Xons^ ׳cJj«; tcoXsws 7cspi. Tprrov |j.7jva. ant. 14, 4, 3 nicht ausgesaßt haben; desgleichen fand er in Strabo 16, den er bei dieser Gelegenheit ausdrücklich dafür anführt, Pompejus habe zu dieser Eroberung vi]V T7j!p vr)5Ts(ac ׳Jj[j.spav gewählt, an welchem sich die Juden jedes Werkes enthielten, Strabo meinte jedoch blos einen Sabbat, den die Heiden säst allgemein für einen Fasttag der Juden ansahcn, so sagt Justin 36, 2: Moses . . . Sabbata in omne aevum jejunio sacravit; bei Suetonius in vita Octaviani Augusti c. 76 sagt dieser Kaiser: n6 Juda6u8 quidem tarn diligentes sabbatis jejunium servat, quam ego hodie; beigetragen zu diesem Jrrthum könnte es haben, daß nach Philo II. 630 die cgyptischen Juden am Sabbat bis zum Abend in den Synagogen zugebracht haben müssen, doch vielleicht noch besser erklärt ihn.Irankel in dieser Monatsschrift 1851. S. 88 daraus, daß am Sabbat alle Zubereitung der Speisen unterblieb. Dio Cassius setzt in der That 37, 16 die Eroberung durch Pompejus auf einen Kronostag,