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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 3 · p. Seite 111

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3
Article
Wann war die Eroberung Jerusalems durch Pompejus, und wann die durch Herodes?
Date
1855-01-01
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 111 Angabe des Dio blos daher, daß er diese Belagerung irrthümlich in das Jahr 38 verlegt hatte. Daß aber Josephus von der Eroberung Jerusalems durch Pompejus bis zu der durch Herodes 27 Jahre zählt, rührt blos daher, daß er (vergl. ant. 20, 11, 4) dem Pontisicat des Hyrkan von jener ersten Eroberung an bis in den Sommer 40 v. ü.Z. ungenau eine Dauer von 24 Jahren zuschrieb, denn im Sommer 40 läßt er ihm Antigonus folgen bis zur Eroberung Jerusalems, sodaß diese im Herbst 37 gewesen sein muß, wenn Antigonus 3'/« Jahr amtirt haben soll, wie ib. gesagt ist! Endlich daß 150 und 178 Sel. keinesweges Erlaßjahre gewesen sind, habe ich in dem erwähnten Ercurse ausführlich nachgewiesen, indem ich die entgegenstehenden Angaben nicht einmal verwarf, sondern blos kritisch deutete; auch wurden dort dafür, daß vielmehr 37 v. ü. Z. ein Erlaßjahr war, zuverlässige alte Zeugnisse angeführt, des R. Jose Arachin 11b, daß das Jahr der Zerstörung (70 n. ü. Z.) ein 1. Schmittajahr war, und andere. Indem aber nach diesem allen nicht bezweifelt werden kann, daß die Eroberung durch Herodes 37 v. ü. Z. war, und danach die Annahme, daß dessen Bruder Joseph vor Pfingsten umkam, fich ganz unzulässig erwies: müssen wir entweder die hieraus zielenden Worte des Josephus als ungeschichtlich fallen lassen oder annehmen, daß die von ihm mißverstandene Quelle von einem Abmähen der jungen Saat für das Vieh (vgl. Amos 7,1) gesprochen habe. §- 2. Ich glaube aber auch nicht, daß die Eroberungen durch Pompejus und Herodes am Versöhnungstage waren, wie Jost nachzuweisen versucht hat. Denn 1) die Ausdrücke xs!.[xov ßa^u? ant. 14, 15, 12 und xscp.MVL c<po5poraT<p bell. Jud. 1, 17, 6 scheinen anzudeuten, daß Herodes in dem Winter nach seines Bruders Tode, den er so sehnlichst rachen wollte, nicht länger unthätig blieb, als durchaus die Witterung verlangte, ja bell. Jud. 1, 17, 8 lesen wir geradezu, daß er gegen Jerusalem anfbrach Xcocp^crocvro^ 1720 xsuj.»\>0£ d. h. sobald der Winter nachließ; im Februar aber tritt in Palästina schon Frühlingswetter ein, und man lese ib. 4, 11, 5 — 5, 3, 1, was alles nach dem Winter noch bis Pesach vorzunehmen das dortige Klima erlaubt: sollte da wohl der rachcschnaubende Herodes gewartet haben bis zum Mai, was er gethan haben müßte, wenn er nach fünfmonatlicher Belagerung (ib. 1, 18, 2) Jerusalem am Versöhnuugstage eingenommen hätte, um die Ankunft des Sosius abzuwarten? das that er eben nicht, (ib. 1, 17, 9. ant. 14, 16, 1)! — 2) Dünkt es mich sehr befremdlich

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