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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 3 · p. Seite 97

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3
Article
Rabbi Meir
Date
1855-01-01
Page
Seite 97 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Rabbi Mei'r. 97 samkeit wie der tiefen fitklicheW Bildung ihres edlen Vaters, und scheint der allen starken und bewußten Naturen eigenen Heftigkeit ihres Mannes jene sanfte, friedfertige Beimischung gegeben zu haben, die Wohl nicht ursprünglich in seinem Charakter gelegen haben mag und die dennoch später seiner kraftvollen Erscheinung eine so gefällige Färbung verlieh. So wird Berachot 10 a mitgetheilt, wie sie den Unmuth R. Mei'r's über feine bösen Nachbarn und sein Gebet, Gott wolle ihn von diesen Unholden befreien, mit den Worten kabelt, es sei Pflicht, für die Besserung der Sünder, nicht für HreN Untergang zu beten. Die Erzählung, auf welche Weise sie ihm den Tod ihrer beiden hoffnungsvollen Söhne meldet, hat neben dem religiWsittlichen Kern zu viel Lieblich-Rührendes, als daß sie nicht schon längst aus dem engen Kreise der Midraschleser in die weiten Hüllen der deutschen Literatur ihren Weg gefunden haben sollte. ,Dass-M׳, spteft mir dieser Frau schon vor seiner obenerwähnten Flucht oerhWathet gewesen sei und daß ihn dieselbe aus dieser Flucht 'begleitet habe, dürfen wir mit Bestimmtheit voraussetzen, da sie wohl sonst das gleich zu erzählende Schicksal ihrer Ehwesterhlvürde haben theilen müssen.c - Unsere LeM erinnern sich, wie R. Meü״unmittelbar nach seiner-Rückkehr nach Palästina seine erste Sorge allgemeinen Interessen zuwandte. Aber auch in seine intimsten Verhältnisse hatte der Arm der Tyrannei gegriffen. Der Hinrichtung seines Schwiegervaters auf dem Fuße folgte die Gefangennehmung von dessen Tochter, seiner Schwägerin, die der, wie es aus der Stelle scheint, den! Staate tributären, Prostitution geweiht wurde. Beruria, von dem Gedanken an das schimpfliche Loos ihrer Schwester gefoltert, soll ihren Mann bewogen haben, dw gefährliche Reise nach Rom zu unternehmen, uN die Befreiung des Mädchens zu bewerkstelligen. R. Mein konnte sich's nicht versagen, zunächst den Versuch zu machen, ob die angestammte Tugend oder das aufgedrungene Laster über die Tochter Chanina's den Sieg davon getragen habe. Er suchte sie daher in der Kleidung eines römischen Ritters auf und hatte die freudige Genligthuung, ihre Gesinnung jeder Anstrengung würdig zu finden. Durch Zureden und namentlich durch Geld׳ besiegte er die Bedenklichkeit des Aufsehers, befreiete das Mädchen, gerietst aber selbst, da die Sache nicht lange heimlich bleiben konnte, in die äußerste Lebensgefahr, aus der er sich nur durch eine Frankel, Monatsschrift. IV. 3. 8

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