Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Rabbi Meir
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 8)
- Language
- German
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Rabbi Men. 05 antinationaler, späterhin geradezu verrät herrsch er Gesinnung und Handlungsweise in traurigem Bunde vereinigte, und der dabei, wie es scheint, sich selbst wie die leibhaftige Sünde haßte, ebensalls als Lehrer unseres R. Mei'r an überaus zahlreichen Stellen genannt. Elischa's dem jüdischen Gesetze feindseliges Leben vermochte seinen pietätsvollen Schüler zu keiner Zeit seines Lebens, seine intimen Beziehungen zu demselben auszugeben. Mit einer nur diesem consequenten Charakter möglichen Zähigkeit liebte er seinen Lehrer und haßte seine glaubens׳ feindlichen Tendenzen. Ergreifend sind die Anstrengungen, die er als gereifter Mann und bereits allgemein verehrter Lehrer macht, um den gesunkenen Elischa wieder zu sich selbst und zu seinem Gott zurückzuführen, sind die das Interesse und den Schmerz seiner Seele verrathenden Argumente, mit welchen er, den an der Möglichkeit seiner Rückkehr verzweifelnden Mann zu überzeugen sucht, daß die Möglichkeit der Buße nur mit dem Leben aushöre, ist endlich die Siegesgewißheit, mit der sein gläubiger Sinn bei dem Anblicke des in Zerknirschung über sein verfehltes Leben hinsterbenden Lehrers die Hoffnung auf dessen Theilnahme an dem ewigen Leben ausspricht (Chagiga 15a. Midrasch Kohelet zu 7, 8. Midrasch Ruth 3, 13). Daß sein fortgesetzter Verkehr mit Acher (bekanntlich der die Apostasie brandmarkende Name Elischa's) nicht allgemeine Mißbilligung fand, verdankte er einzig seinem unerschütterlichen Rufe, und bemerkenswerth ist die Antwort, die man in Palästina auf die Frage gab, wie R. Merr von einem Apostaten Belehrung über gesetzliche Dinge sich habe holen dürfen. R. Merr, heißt es, fand einen Granatapfel, das Innere aß er, die Schale warf er weg. Wahrscheinlich war es Elischa, dem Ist Merr seine Bekanntschaft mit den Lehren der griechischen Philosophie verdankt*), obwohl wir noch eine andere Quelle kennen, aus der er diese Kenntniß geschöpft haben könnte. R. Merr gehört nämlich nicht zu denen, die nur von ihren Lehrern 4) Eine solche Bekanntschaft R. Melr's anzunehmen wird man durch mehrere Aeußerungen desselben bewogen. Wir wollen hier eine interessante gelegentliche Aeußerung des Midrasch Kohelet zu Cap. %, V. 14 berühren: ״ ר״מ חוות צמח לפופיר. דמלד. רלשח־גN. Merr pflegte das Ende einer Sache ihren Anfang zu nennen". Hier ist das welches als das ox> £׳vexa dem Geiste dorschweben muß, ehe die Handlung unternommen wird, ganz richtig, aber auch ganz aristotelisch, als identisch gefaßt mit der «pxfl 02ev r\ vlrt)<ji$.