Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 3 · p. Seite 94

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3
Article
Rabbi Meir
Date
1855-01-01
Page
Seite 94 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829178-2829182-2853601--02169-2853633
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

94 Rabbi Mt!r. hindurch ernährt zu haben scheint, betrieb, und daß eres auch in diesem, durch die Menge der dabei zu beobachtenden orthographischen Regeln nicht gerade leichten Geschäfte mit der ihm eigenen Energie bis zur Virtuosität brachte. In einer Stadt Kleinasiens ^) fehlte es für das bevorstehende Purimfest an einem Manuscripte des Buches Esther. R. Mein, der gerade in dieser Stadt verweilte, half einfach dadurch aus der Verlegenheit, daß er es aus der treuen Vorlage, seinem Gedächtnisse, ohne den geringsten Schreibesehler niederschrieb (Megilla 18b. Ber. rab. 36 und an sehr vielen Stellen). Nicht minder als die Correetheit wird die Zierlichkeit seiner Schrift gerühmt (חור, כתבן טב ומובחר), so daß seine Manuscripte gesucht waren und ihm einen Gewinn von 3 Sekel wöchentlich abwarfen. Von diesem Gelde verwandte er zwei Drittheile auf seinen eigenen Bedarf, ein Drittel kam den Armen zu Gute. Als in spätem Jahren eine solche Freigebigkeitrsiinen Schülern doch etwas zu weit getrieben vorkam und sie ihm die Frage vorlegten: ״Wenn Du so fortfährst, was werden Deine Kinder nach Deinem Tode anfangen?" erhielten sie die merkwürdige Antwort: ״Werden sie ein gottgefälliges Leben führen, so wird ssch an ihnen der Davidische Satz erfüllen: Noch sah ich keinen Frommen verlassen und seine (seiner würdigen) Kinder brodlos, wo nicht, warum sollte ich meine Habe Feinden Gottes hinterlassen?" (Midrasch Kohelet zu 2,18). Wir dürfen uns übrigens R. Merr in dieser seiner Vereinigung von Studium und Handwerk nicht allein stehend denken. Vielmehr überzeugt uns die von R. Jsmael, als jener sich zu ihm Studirens halber begab, an ihn gerichtete Frage: ״Mein Sohn, was hast Du für ein Handwerk?" von der Allgemeinheit der Thatsache, daß jeder Jünger der Gesetzeskunde nebenbei ein Handwerk betrieb, das ihn ernährte. Wirklich wissen wir von fast allen Collegen Mens, daß sie Handwerker gewesen sind, mit Ausnahme des principiell jeder weltlichen Beschäftigung entsagenden R. Simon ben Jochai (Sabbat 11a und an vielen Stellen). Neben jeden beiden, ihr ruhmvolles Leben durch einen ruhmvollen Märtyrertod beschließenden Heroen der jüdischen Wissenschaft wird Eli sch ä ben Abuja, die einzige Anomalie im Kreise der Tancü'm, der Mann, der tiefe Gesetzeskunde mit 3) Nach Napoporl 8. v. אסייא eint Stadt in Lydien am Jmolus.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.