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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 3 · p. Seite 91

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3
Article
Rabbi Meir
Date
1855-01-01
Page
Seite 91 (sequence 4)
Language
German
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Nabbi SJlei'r. 91 freudig hingegangenen Lehrers (Ber. rab. Cap. 61), ließen sie mit lobenswerther Selbstverleugnung alle minder wichtigen, mehr persönlichen Rücksichten fallen, um sich lediglich dem Allgemeinen zu widmen, und schieden mit Herzlichkeit, um in Uscha, einer Stadt, die schon früherhin Sitz des Synhedriums gewesen war, ihre gemeinschaftlichen Arbeiten wieder aufzunehmen (jer. Chagiga 3,1). Wir fassen hier absichtlich R. Meir zunächst in einer Epoche, die für sein Wirken so ziemlich die Grenzscheide zwischen Jünger- und Meisterschaft bildet, müssen aber jedoch, bevor wir seine Betheiligung am Synhedrium zu Uscha und den Verlauf seines spätern Lebens angeben, in eine frühere Epoche zurückgreifen, rnn so weit als thnnli-ch des Meisters Lehrjahre anzugeben. Wie bereits erwähnt, war R. Akiba sein vorzüglichster Lehrer gewesen, und er scheint dieses Lehrers Liebe und gute Meinung in nicht gewöhnlichem Grade besessen zu haben. Einmal, so erzählt R. Akiba (Jebamot 121a. vgl. Midrasch Koheleth zu Cap. I. V. 1), fuhr ich auf dem Meere und sah den Untergang eines Schiffes mit Augen. Bei dem Gedanken, daß ein Gelehrter wie R. Meir sich auf demselben befinde, wurde ich von tiefem Schmerze ergriffen. Aber wie ich nach Cappadocien gelangte, siehe, da saß R. Merr vor mir und lehrte. Freudig fragte ich ihn: Mein Sohn, wer hat dich hieher gebracht? Da erzählte er mir, wie ihn eine Welle der andern zugeworsen habe, bis er so an's Land gekommen sei. Interessant ist die Nutzanwendung, die R. Meir von seiner ausgestandenen Noth macht. Da sah ich denn deutlich, fügt er hinzu, wie richtig die Bestimmung der Weisen sei, daß nämlich das bloße Zeugniß, man habe einen Mann in's Wasser fallen sehen, wenn dieses Wasser keine übersehbaren Grenzen hätte, nicht genüge, um der Frau dieses Mannes den gesetzlichen Charakter einer Wittwe zu geben. Noch deutlicher spricht für die hohe Meinung, die Akiba von seinem talentvollen Schüler hatte, die Erzählung des jer. Synhedrin 19, nach welcher der ältere Mitschüler und nachmalige College des N. Meir, R. Simon ben Jochai, die Bevorzugung seines jüngern Genossen schmerzlich empfand und von seinem Lehrer selbst darüber mit dem Worten beruhigt werden mußte. ״Laß es Dir genug sein, daß Dein Schöpfer und ich Deinen Werth kennen." So bedeutend demnach R. Meir schon bei Lebzeiten Akiba's gewesen zu sein scheint-, so haben wir ihn uns nichtsdestoweniger in

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