Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rede bei der am 28. Januar 1855 stattgehabten Gedächtnisfeier am jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 7)
- Language
- German
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51 am jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau. ״ הסירי א״ה יש להם חלק לעה״בdie Frommen aller Nationen haben Antheil an der jenseitigen Seligkeit". Und in solcher im Glauben begründeten und festgehaltenen Achtung des menschlichen Werth es wurde ferner ausgesprochen: אפי' נכרי ועוסק בהוהה ״ הרי הוא ככה״גauch der Nichtisraelit, der einen Gott erkennt und dem Sittlichkeitsgesetz obliegt, ist dem Hohepriester — diesem ersten Vertreter des Glaubens — gleichgestellt." Richten wir nun den Blick auf die Manifestationen des Glaubens auf geistigem Gebiete. Der Glaube, das Innerste seiner Bekenner erfassend und durchdringend, stellt die Anhanglichkeit, das Aufgehen aller Bestrebungen in Gott, und daher die Erkenntnis und Erforschung der Lehre als das Ziel des Wissens auf: ״und er sprach zum Menschen, wird Hiob 28 verkündet, Gottesfurcht ist Weisheit, Zurückstehen vom Bosen Einsicht". Der Glaube bestimmte alle Lebensthätigkeiten, und zog das Wissen selbst in diesen Kreis hinein. Und da die Wissenschaft das Gebiet der geistigen Thatigkeit erweiterte, konnte auch ihr der Glaube nicht abhold sein. Und in der That zeigen die ältesten mischnischen und talniudischen Schriften von bedeutender Bekanntschaft mit vielen Zweigen der Wissenschaft. Astronoinie wurde sehr gepflegt, und es waren ihr ganze Werke gewidmet. Mit den Resultaten der Geometrie war diese alte Zeit so vertrauet, daß sie oft nur mit einem kurzen, in der spätern Zeit zu vielen scharfsinnigen Erörterungen Anlaß gebenden Ausdruck auf sie hinwies. Es wurde ferner mancher Zweig der Agricultur, Botanik und Zoologie, zur Erklärung des Gesetzes cültivirt; und vorzügliche Aufmerksamkeit wurde der Diätetik und Heilkunde gewidmet. Hier schlug wieder jenes Grundprincip des Glaubens durch, die Werth- Haltung des Menschen und die Anerkennung seiner Stellung, die er in der Schöpfung einnimmt. Darum ist Rettung eines Menschen eine Alles überragende Vorschrift, Erhaltung eines Menschenlebens ein Gebot, vor dem selbst hochwichtige Gebote zurücktreten. Und wie die Wissenschaft nach ihrem Wertste angestrebt wurde, so suchte man ihrer Ausartung in Unwissenschastlichkeit, wenn auch nicht immer mit gleichem Erfolge, entgegenzuarbeiten; es beschäftigen sich Abschnitte mit Warnungen gegen auf Aberglauben und Beschränktheit berechnete WundercurenI. *) Vgl. Tosista Sch ab bat c. 6.7., ferner Pesachim 4,9 und Maimorndes das.