Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Geist der palästinischen und babylonischen Hagada
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 3)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsatze. 455 Dialektik alle Pro und (um(1־a, durch die sie mit dem andern Gegebenen übereinsummt oder von ibm divergirt, angeführt und der lrinwurs wird dirreh die Divergenzen entkräftet. Die Halacha selbst bleibt an derarti^en stellen von der Diseussion iml'criibvt: ihr Resultat ist von vornherein festgestellt; cs macht sich nur eine sich weit ausbreitende Dialektik geltend, solche dialektische Ansfübruug liegt aber nicht nur der Misebna und Beraita sondern auel׳ den anderen, dem Ztreis der hxegese angehörenden Werken, Mechilta und Sisri, fern, l^s tritt zwar auch in ihnen die dialektische h'ntwickelniig hervor, aber in einfacher Weise: das Resultat - die Haiacha — wird obenan gestellt, in einem או אי:ו wird dagegen ein vinwurs erhoben, und dieses או אינו wird entkräftet: so z. B. Meebilta Mischpatim e. 2 אב אדניו יתן רעות אתר. אוסר רעות או אינו אלא חוכר׳ כער׳וא אום,־• וכו' und סן uuzäl'ligemal; oder das Resultat wird durch ein למר׳ נאמר dedueirt, die i^onstruetion der Halacha vorgenommcn: dort tritt gleichsam die analvtisebc, hier die synthetisehe Form bervor. Sehr selten wird weiter ausgebolt und es ist an der schwerfälligen Ausdruckweise zu erkennen, daß diese umfangliebere Disenssion erst iin Stadium der beginnenden Omtwiekelung sieb befinde, vgl. Mischpatim e. 10 -,״דנתי וחלפתי־ וכטל רדדלוף רנירר כרי). Roch einfacher ist die Exegese in Sisri, wo selbst das או אינו selten vortommt. Und unter den in Mechilta und Sisri genannten Autoren befindet sich auch R. Yehuda, seine exegetlsche ^ebrweise macht keine Ausnahme von der der andern Tana'im: iravuni im Sifra so ganz anders? Erklären wir uns aber genauer das סתב ספרא ד״י. Der Sisra will, wie im bnngang bemerkt wurde, Berständniß des Gebotes nach Wort und Anwendung erzielen. Des 'Wortes, insofern jedes Wort seine Bedeutung bat und keines zuviel fein darf: der Anwendung, der Halacha. Das Berständniß des Wortes tritt mitunter ganz allein für sich als L'cbrfaB aus; gewolmlich aber neben der Halacha und zwar auf zweierlei Art: es wird untersucht, ob überbauet nöthig sei daß die Schrift diese Bestimmung lehre — ein לסד. נאמר — im Grunde nur eine consiruirende Operation, die Halacha in syntbetischer $01*111 vorgetragen — zuweilen ob diese Bestimmung nicht von anderswo abgeholt werden könne und sie also hier überflüssig sei. 2m letzter» Falle ist es, wo man den zwar ungemein scharfsinnigen aber nach den verschie- 2) Zwei weiter ausgehende Discussionen finden sich noch Mischpatim c. L und Wazalhel. An beiden Stellen ist אמר תלמיד א׳ לפגי ר׳ ישמעאל. (Aach Erubin 13a wäre ר׳ מאיר unter diesem תלמיד א׳ zu verstehen.) 35*