Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Notizen.
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 2)
- Language
- German
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m Notizen. doppelten! Cckknaus als obersten, das Gebalk tragenden Theil. In einem Lande, wo man keine Holzbalken von genügender Stärke hatte, nm Säle von solcher Ausdebuuug, wie die der assyrischen Paläste zu nberspannen, war es nötbig, die Säulen and׳ zur Stütze des Daches zu verwenden. In einem Klima, wie das Assyriens, war es außerdem angemessen, das Innere der Häuser und Paläste so viel wie möglich den frischen Winden, welche von den fernen Gebirgen oder vom naben Tigris berüberweben, zugänglich zu machen und außerdem dafür zu sorgen, daß im Sommer die beißen, perpendikulär niederfallenden Sonnenstrablcn, im Winter der bestige Regen abgebalten würde. Diesen Bedürsnissen entsprechend, und nach der Analogie der Modelle aus den erhaltenen Basreliefs und der Art des Hauserbaues, wie er noch gegenwärtig in manchen Tbeilen des Orients üblich ist, hat Fergusson dem untern Tbeile des Hofes, einen offenen Uebcrbau binzugefügt. Die Decken besteben, nach der noch jetzt in Mesopotamien und in Indien bestebenden Form, aus kleinen Abtbeilungen, durch die Kreuzungen des erbabeu hervorstebenden Gebalts gebildet. Diese Zimmerdecken, obwohl tbeilweise nach Analogie und Vermntbung restaurirt, dienen doch besonders zur Veranschaulichung der dekorativen Malerei der Assyrer, und alle die angebrachten Muster und Oruanicntc sind nach erbaltenen Ueberresten gefertigt. Cs ist wabrschcmlicb, daß die assyrischen Zimmerdecken mit kostbarem Holze, Clfenbein und Vergoldungen geschmückt waren. Die Bibel (vgl. Ieremia 22, 14.) weiß von ״Dächern aus Cedernbolz" mit gemalter Decke. Die Decke des größer!! Hauses des Salomonischen Tempels bestand aus Fichtenholz, ausgelegt mit feinem Golde, und darauf waren gesetzt Palmbänme und Ketten. Im restaurirten Ninivebbofe baden wir anstatt der Palmen den eigentbümlich gestatteten beiligen Baum der Assvrer. Besondere Wichtigkeit erbalten diese Restaurationen assyrischer Architekturen dadurch, daß sich aus diesen Bauten auch die der Hebräer erklären. Manch׳: Berichte und Schilderungen der Bibel sind uns erst durch die Ausgrabungen des alten Niniveb verstandlich geworden. Wir wissen, daß Saloino ״das ganze Haus mit crbabenem Schnitzwcrk, Cbcrnbim, Palmbänmen und offenen Blumen, innen und außen überdeckte". Nach der Ansicht der biblischen Commentatoren waren diese Cberubim!nystische Figuren, welche ein Menschcnbaupt mit einem Ockfen- oder Löwenkörpcr und den Schwingen eines Adlers verbanden, also bestehend aus denselben Clemcnten, wie die kolossalen Splmnxe, welche wir zu beiden Seiten des Cinganges des Ninivebboses sehen. ״Das HauS des Libanonwaldes" sagt Layard, scheint mit einer der großen Hallen von Niniveb ganz identisch gewesen zu sein: das gleiche Dach von Cedernholz, gestützt von Cedernsänlen, aus dem untern Geschosse stehend, die gleichen mit zersägten Steinen (IosephuS 8, 2) ausgelegten Wände, wie in den assyrischen Palästen; dieselben mannigfaltigen Farben und Gemälde, mit denen nach dem Berichte des jüdischen Geschichtsschreibers, die oberen Theile der Wände im Salomonischen Königshause geschmückt waren, dieselben Ornamente, den heiligen Baum darstellend, wie in den Hallen von Niniveh.