Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Juden unter den ersten römischen Kaisern
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Juden unter den ersten rönnscheu Kaisern. 403 Tvleranzedicte anjuffbcn; sie gaben nach römischer Auffassung den Juden eine rechtliche Anerkennung nach der religiösen Teile.!Hirn sah sich nämlich durch die aus den eroberten Ländern stets mehr in die Metropole cindringenden fremden tfultc in der von den Patern ererbten, und einen Theil der Staaksverfassung bildenden Religion, bedrohet; die strengen Perbote gegen nnerlaubte Pereiue {«•ollr^i;» illidia) wurden daher auf neue gotreSdienstliche Zusammenkünfte ausgedehnt und jede Theilnahme an solchen Persammlungen als Majeftätsverbrechen betrachtet ׳st. Die Juden bildeten gestattete religiöse Pereine, und es war hierdurch eine ehrende Anerkennung des Glaubens ausgesprochen. Dieser Zustand erlitt zwar unter Tiberius einige Unterbrechung; der bei diesem Kaiser Alles vermögende Tcjan war ein adge׳ sagter Judenfeind und brachte es dahin, das; die Ausübung deS jüd. (rultnS untersagt wurdest. Aber dieses Perbot erstreckte sich nur aus Rom und traf auch die dortige zahlreiche, jenseits deS Tibers wohnende jüd. Gemeinde nicht hart, da Ron; ui du spanische Inquisition übte und die Perbote sremder Uulte nur allein gegen deren öffeutliche Ausübung gerichtet waren; hingegen war die Ueberzeuguug des Individuums untastbar und Niemand konnte in seinem Privatcultus beschränkt werden. Audi wurde mit den; Falle Tejans das Perbot zurückgenommen, und Tiberius zeigte von da ab de» Juden eine günstige Gesinnung st. (?ine eigentliche Bedrohung des Glaubens tritt erst unter dem Nachfolger deö Tiberius, (iajuS Ualigula, hervor und es schien als wollte die Tyrerzeit, wo ein AntioduiS Upiphaneö den Tempel entwcihttt, sich wieder erneuen. Zwar Halle diesesmal nicht Parteizwist und innerer Pcrrath das Unglück heranfbcsdnvoren, nod) lag der beabsiditigten Entweihung, ein tieferer Plan zu Grunde: ein aberwitziger sich s e l b st vergötternde r Kai se r wollte seine Göttlichkeit aud) im Teinpel der Juden anerkannt wissen; aber die Gefahr war um so drohender als sic von 3) Val. 1). 27. 22. fr. I. tz. 2. sr. 2. kl-. 3. §. I. 4) Lucken, Tiber c. 30. Val. auch TaeituS, Anal. 2, Nä. Phile <i,e^ut. ad 6.1) UI» 101 c.) sagt ausdrücklich, das« dieses Berbet nur durch Sejans Hast gnzen di« Juden sei erlassen werden. 5} Phile a. a. O. Merkwürdig ist, dast, selbst in dem nach Sejans Hinrichlung erfelglen milde» irdicte des Tiberius, een einigen wenn auch wenigen jüd. Mitwissenden des Verbrechens gesprechcn wird (vgl. das.), lieber das Verbrechen wird geschwiegen. Val. weiter. 31