Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Lehrfreiheit im Judenthume
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Lehrfreiheit im!Jufccnthuinc. 367 denn waren alle Senatoren nach gehöriger Ertvägung derselben Ansicht, so war die Lösung der Frage somit geweden, war dies nicht der Fall sc wurde abgestunnu, war die Mehrzahl für rein so wurde auf rein, war die Mehrzahl für unrein so wurde auf unrein erkannt" tSnnliedrin -SSI!). Um so de fremdeuder dürfte aber scheinen, das; eine beharrliche Bleinungs Verschiedenheit im 3di00i;c des hohen!)latbo^ zu einer ,{fit 'Ulan gegriffen habe, wo der jüdische 3tnat und seine politisch religiösen Organe, wenn nicht in frischer Blüthe doch in voller Lebenskraft sich defanden. Mehr als zweihundert Zahre vor der Zerstörung Jerusalems durch!ilus waren die Häupter des Synhedrins schon über geivisse gottesdienstliche Observanzen im 'Streit; Jose den Ioeser sagte: es dürfe das Häitdeanslegeu des Opfernde» auf das Haupt des Opferthieres an Festtagen nicht stattsindeu; Joseph den Iochanau aus Jerusalem wollte hingegen diese Zeremonie auch au Festtagen deidehalteu ivissen tbhagiga 16;1). Und nrerttvürdiger Weise pflanzte sich diese Meinungsverschiedenheit auf alle nachfolgenden Snnhedrial׳ Häupter fort. Iosua den Prachjad und Aitai aus 'Arbtla. Zehuda den Tabai und Sinton den Schetach, Schemasah und Abtalion, und endlich Hillel und Schamai, diese jeweiligen Präsidenten 1mi> Bitepräsidenten des hohen Aathes, diese tlo ryphäeu des Zudenthums, sie konnten sich über die Semicha frage eben so wenig als ihre Vorgänger einigen. Und diese innner wieder hervorgeholte Frage blieb nicht etwa ans dem Boden der Theorie beschränkt, sondern sie rührte auch im prak tischen lieben zu nicht unerheblichen .Konflikten tvgl. Beza 201. 'Was verhinderte den Senat diesem Streite ein Ende zu machen? warum wollte er nicht zur ׳Abstimmung schreiten, und es hätte sich Herausstellen müssen weiche 'Ansicht fortan als die tunmgebende zu gelten habe? Hier dürfte zu erwägen sein, das; grade um die Zeit Jose den Ioeserö die Sette der den traditionellen Lehren feindlich entgegenttretenden Saddutäer auftauchte, und daß diese Sette während der ganzen Zeit ihres Bestehens int Senate vertrete» war. Sollte matt nun etwa einen Gegenstand der Tradition bei einem sich ergebenden Zweifel auf dein Wege der Abstimmung zur Entscheidung bringen und es darauf ankomnte» lassen, daß die Sadducäer, die Gegner der Tradition, bei dieser Abstimmung den Ausschlag gebeut! Man mußte daher die divergirenden Meinungen neben einander bestehen lassen 28'