Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 4)
- Language
- German
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Mcccnftonm und Anzeigen. 351 fam, wodurch sic ihre Bedeutung verloren, Eine erschöpfende Geschickte des Aberglaubens bei den Juden, welche allerdings nickt im Plane des vorliegenden Aufsatzes liegen konnte, wurde darauf Rücksicht zu nehmen und den eigentlichen Aberglauben von dem was uns nur so scheint, scharf zu distiuguiten baben. Scköu und wabr ist was der Verf. über die bewahrte Sittenreinbeit der Juden und am Schluffe über den poetischen Werth mancher jüd. (Gebrauche und Sagen vorbringt. — ״Synagoge uttd Tempel" mit seinen meist unpraktischen Vorschlägen, batte füglich wegbleibeu können. — AnS einem Aufsatze ״über die mangelnde Betbeiliguug der Jugend am Gottesdienste" erfahren wir eine neue Ritualvorschrift, daß mau früh nach;) Uhr nickt Testllin legen dürfe! — Ganz vorzüglich ist der Aufsatz von Simon Szanto ״gute Klopse" Welch tiefe psychologische Wahrheit, genaue Monntniji der Erziehung bei den Juden in dm letzten 5>0 Jahren enthalten doch die drei Lebensskizzen dieses Aufsatzes! Wie richtig^ und wahr der Verf. das Judeutbum auffaßt, mag folgende Stelle beweisen: ״Das Gesetz der Milde und Liebe ist im Judenthum ein gesundes, natürliches, und keine blaffe, augeträufelte und verwässerte Empfinde lei. Seichte Sckwachberzigkett und anmaßende Ignoranz steht daher in diesem Geiste der Urkraft uttd Macht nur den Gott der Rache." — ״Unsre Feinde nach innen" ein Aufsatz vom Herausgeber, der gegen das von Juden leider so baust g außer Acht gelassene Verbot des Chilul haschem scharf und kräftig anstritt, verdient allgemeine Verbreitung und Berücksichtigung. — ״Die Medicin unter den Juden," von Dr. Maxi nt il tan Engel, enthalt Auszüge auS Earmoly'S liistoire <168 meckeeins juifs, und ״Nekrologie" von de ms. Vers., eine kurze Lebensbeschreibung des für die Wissenschaft viel ztt früh verstorbenen Filoxen Luzzatto.— Lehrreich und unter den gegenwärtigen Zeitumständen von bedeutendem Interesse ist ein größerer Aufsatz von Dr. Julius Barasch, ״über die gegenwärtigen Verbaltnisse der Juden in den beiden Donaufürstentbümern," der auch durch seine vorzügliche Stylisiruttg sich auSzeichnet. — Von dem belletristischen Inhalte erwähnen wir rühmend Kompert'S Erzählung ״der Min"; ansprechend und aus dem Leben gegriffen! (״Min" ist im jüdischen BolkSdialekte ohngefähr gleichbedeutend mit ״stille Wasser sind tief"). — ״Blnthen" von Abr. Geiger, worunter eine gemüthvolle freie Uebertraguug der Elegie ״vom Brande der Torah" (Schaali Ssrufah), in 4zeiiigen Stanzen. (Eine frühere Uebersetzung von Büschenthal in dem 1. Jahrgange der Zeitschrift Jrdidja war in elegischem Versmaaße.) — ״Reb (warum nidjt lieber Rabbi?) Chantna bcn Teradjon", eine wohlgelungene und erhebende Frankel, Monatsschrift, lll. V. 27