Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 9 · p. Seite 360

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension]
Date
1854-01-01
Page
Seite 360 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829164-2829174-2853313--01893-2853358
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

360 Reecnsiouen und Anzeigen. der Ursprache gelehrt wird, die Kinderbewabranstalt und das jüd. Spital (von deren Vorzüglichkeit sich zu überzeugen Schreiber dieses obnläugst 6׳elegeubeit batte), ferner den Verein zur Beförderung der Handwerke. Ueber die Wirksamkeit des Letzteren verbreitet sich noch ein eigner 'Ans-!atz des Vorstebers jenes Vereins, Dr. Oie ist, worin über Ontstebuug, Wachst bum, Wesen nnd Tbäkigkeit desselben viel Lesenswertbes entbalten ist. Besonders lobenswert!׳ ist bierbei, dast, wie S. 83 mitgetbei.t wird, die sogen, schweren bewerbe (Feuerprofessionen) bevorzugt, dagegen das Schneider-, Goldarbeiter-, Ubrinacherlniudwerk ״als zum Schacher Gelegeubeit bietend" ausgeschlossen werden. OOiochten solche Ansichten und Institutionen auch in anderen Gemeinden zur Geltung gelangen!— Das östreiebisebe Laubftummeu-Institut beschreibt der Director desselben I. Deutsch׳, rübrend ist bierbei die Schilderung des Eindrucks, den die (Konfirmation zweier taubstummer Mädchen und die 1r:u׳milLrv:G eines taubstununen Ztnaben machte. — Oine Statistik der Prager Iudengemeinde gibt Xreisvabbiner A. ätobu, worin über Zlräftezersplitternng daselbst geklagt nnd das alte Synagogenwesen getadelt wird. Ob indessen Ausdrücke wie ״man kassire die kleinen (Synagogen)" der Wurde des Gegenstandes angen!essen sind, lassen wir dabingestellt. — Rabbiner Üöw beschreibt die (vultnsgeiueinde zu Lemberg in gewerblicher, socialer 11116 religiöser Beziebung. — Die zweite Abtbeilung beginnt mit einem ״Rückblick aus das Iabr 1853" vom I)r. Lud 1vig Pbilippsohn, in der gewobnteu Weise des Verfassers. Hinsichtlich des Zustandes der Juden im nigreiche Sachsen ist jedoch S. 118 dabin zu berichtigen, dast auch in diesem Lande ״die völlige bürgerliche und politische (Gleichstellung mit den Obristeu für die sächsischen Juden" durch Gesetz vom 15. Mai 1851 aufrecht erbalten blieb. Bios in Bezug aus ausländische Juden trat die frühere Gesetzgebung wieder ein, wober die S. 127 erwäbnte Bckanntmackung des Leipziger Stadtmagistratö zu erklären ist, welche indessen weder auf die Juden des Zollverbandes noch des deutschöstreichischm Handelsvereins, die während der Messen und Märkte den sächs. Juden ganz gleichgestellt sind, Anwendung leidet. — Gö folgen mm mebrcre Anssätze mit der Ueberschrift ״Anregungen," worunter eine Abbandlung ״über Aberglauben unter den Juden" von G. Wolf. Manche der darin gerügten abergläubischen Gebräuche sind indessen wohl jetzt, mindestens bei den Juden in Deutschland, längst verschwunden und manche wurzeln ursprünglich weniger im 'Aberglauben, sondern beruhen theils auf alter Sitte, theilS sind es allegorisch-philosophische Auffassungen früherer Jahrhunderte, deren tieferer Sinn später abhanden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.