Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Parallelen zu Schillers Bürgschaft, insbesondere in Beziehung auf eine jüdische, kritisch beleuchtet
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 10)
- Language
- German
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338 Die Parallelen zu Schillert Bürgschaft. Grund für das längere Ausbleiben des Freundes erfand. Ob diese Zusätze indessen überall zur Ausführung des Hauptgedankens nöthig waren und nicht vielmehr die Hauptbandluug in den Schatten stellen, dürfte in Beziehung auf einige vielleicht noch streitig sein; soviel steht jedoch nach dein Urtheile der competentesten Kritiker fest, daß wenigstens das Hinderniß von dem brennenden Durste durchaus nicht als glücklich erfunden bezeichnet werden kann. (vtf ist jedoch das Buch ידות W~nid)t das einzige jüdische Werk, in welchem der mehrgedachtcn Erzählung Erwähnung geschieht; es soll dieselbe vielmehr auch in dem interessanten כסאות לבית דוד von R. Jebuda Asael del Bene סתם1ב, Verona 10-40, und in dem unter dem Titel דידר זקנים in Livorno 1840 erschienenen Supercommentar zu dem Pentateuchcommeutar des R. Ascher den Jcchiel Vorkommen. Wir bedauern, beide Werke nicht zu besitzen, um sie vergleichen zu können und ersuchen einen der geehrten Leser dieser MouaLschrist"), die Parallelftellen daraus in diesen Blättern gefälligst mittheilcn zu wollen. Auch die arabische Literatur kennt unsere Erzählung und es ist höchst interessant, wie dieselbe in ihr, dem Volkscharakter der Araber entsprechend, bearbeitet worden ist. Die Erzählung ist nämlich iu einer Makame entbalten, deren Original in Oberleitners ehrest. arab. abgedruckt ist und die wir her der Vollständigkeit wegen nach Steinschneidcrs Uebersetzung in demselben Jahrgange des Magazins für die Literatur des Auslands dem Inhalte nach mittheilcn und mit einigen Bemerkungen begleiten. Es wird dort nämlich berichtet, wie zwei Zwilliugsbrüder einen Jüngling, welcher ihren Vater durch einen Steinwurf gedödtet hatte, vor Omar den d ölbattab gefülut hatten und den Emir baten, über jenen sein Urtheil zu fällen. Der Jüngling gab zu, die That begangen zu haben, entschuldigte sich aber damit, daß er nur Vergeltung geübt, indem sein Jameel, welches an dm über den Zaun herahängenden Zweigen eines Gartens gerupft hatte, obwohl er es weggescheucht, von dem Later des Brüderpaares durch einen Steinwurs tödtlich verwundet worden sei. Von Zorn über diese That erfüllt, habe er denselben Stein ergriffen, ihn nach dem Alten geschleudert und ihn gelodet. Omar aber, durch diese Entsclurldigung nicht zufrieden gestellt, verurtheilte den Jüngling zum Tode. Dieser erklärte, sich dem Urtheile des Imam untewerfen zu wollen, erbat sich aber eine Frist von drei Tagen, um seinem jüngeren Bruder sseine Erbschaft, welche sein ster- 8) Insbesondere Herrn Dr. Beer, der wahrscheinlich im Besitze derselhen ist.