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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 9 · p. Seite 337

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 9
Article
Die Parallelen zu Schillers Bürgschaft, insbesondere in Beziehung auf eine jüdische, kritisch beleuchtet
Date
1854-01-01
Page
Seite 337 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Die Parallelen zu Schiller'S Bürgschaft. 337 über entsteht, wer von Beiden für den Andern sterben solle, wie insbesondere der Schluß וו ,ולכן אמרו רבותינו ו״ל וקנה ילך חברt welchem wir nichteinen blos müßigen Zusatz des jüdischen Referenten, der sich auch in der Mischna bewandert zeigen will, sondern gerade die Pointe finden, auf die es dem jüdischen Darsteller ankommt. Dieser will nämlich in seiner Erzählung darthun, wie weit die Eelbstverleugnung unter Freunden geben könne und welcher Aufopferung eine ausrichtige Freundschaft fähig sei; die Treue, wie sie unter Freunden sich kundgibt, nicht die Treue im Allgemeinen oder die gegenseitige Aufopferungsfähigkeit, wie sie wohl unter Ordensbrüdern gefunden wird, soll in ihrem wahren Glanze sich zeigen und darum ist es die FreundeStreue allein, welche nur überall als Hauptgedanke und Motiv für die Handlungsweise beider Freunde erkennen. FreundeStreue treibt den Einen, den Andern zu besuchen, FreundeStreue und nicht etwa eine Ordenspflicht veranlaßt diesen zur Bürgschaft für jenen, FreundeStreue bewegt letzteren zur Rückkehr, damit der Bürge nicht für ihn sterbe und die FreundeStreue ist es wiederum, welche, nachdem jener zurückgekehrt war, erst recht in ihrem Hellen Lichte glänzt; wir sehen beide Freunde sich um den Liebesdienst streiten, für einander in den Tod gehen zu dürfen und werden an den Wettstreit des PyladeS und Orestes erinnert, von denen jeder freiwillig für den andern sterben wollte. Beide Freunde erscheinen daher auch in der jüdischen Bearbeitung als gleich große Helden, keiner ist im. Vergleiche mit dem anderen in dm Hintergrund gestellt und Treue und Freundschaft beeinträchtigen sich in derselben keineswegcs, wie dies in der Darstellung Hpgin's und Schiller'S der Fall ist. Daß der genannte Dichter aber in feiner ״Bürgschaft" oder in ״Dämon und Phintias", wie er nach den handschriftlichen Varianten zu seinen kleineren Gedichten (vgl. Hoffmeister in Viehoff'S Archiv für den Unterricht im Deutschen, Jahrgang II, S. 47) diese Ballade lieber genannt haben wollte, der Darstellung des Hygin gefolgt sei, würde einer aufmerksamen Vergleichung der angeführten Parallelen wohl kaum entgehen können, selbst wenn uns dafür das eigene Gestandniß Schiller's in seinem Briefwechsel mit Göthe (Th. IV, S. 295) nicht vorläge. Der Dichter hat sich jedoch nicht damit begnügt, nur den Stoff dem Fabelbuche desselben zu entlehnen, sondern er hat sich diesen auch in sofern zum Muster genommen, als er, wie Hygin das Hinderniß von dem angeschwollenen Strome, noch drei andere Hindernisse als 7) Wie St. anzunehmen scheint.

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