Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Parallelen zu Schillers Bürgschaft, insbesondere in Beziehung auf eine jüdische, kritisch beleuchtet
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Parallelen zu Schiller'S Bürgschaft. 335 nichts schriftlich vermerkt und mein Weil» und meine Kinder wissen nichts davon; wenn ich nun sterbe, ohne diese eö wissen zu lassen und ohne daß ich in Betreff der Mauser etwas niederschreibe, so werden meine Kinder, arm 1mb dürftig bleiben. So will ich denn gehen, diese Angelegenheit zu ordnen und dann zurückkommen. Als hieraus jedoch der König einwendete: Wer möchte eS glauben, daß du znrückkommcn werdest? antwortete jener: Mein Herr und König, dort ist mein Freund, der in deiner Stadt wohnt, er wird für mich bürgen. Der König fragte diesen daraus: Willst du für ihn bürgen, so daß du, falls er zur bestimmten Frist nicht wieder käme, für ihn den Tod erleiden würdest? Jener entgegnete: Ja wohl, mein Herr und König, ich will für ihn bürgen, Leben um Leben. Da sprach der König: ich will sehen ob eine so seltene That sich wirklich zutragen kann. Sofort bestimmte er ihm zur Hin- und Rückreise einen Monat Zeit. Am Setzten Tage des Monats aber wartete der König den ganzen Tag ob der Mann kommen würde, und als die Sonne sich schon 311111 Untergänge neigte und der Mann noch nicht gekommen war, - befahl der König seinen Freund ans dem Kerker zu führen, damit er enthauptet werde. Alsbald wurde dieser ans den Marktplatz geführt und schon sollte das Schwert aus seinen Nacken fallen, als plötzlich ein Geschrei in der Stadt sich verbreitete, daß der Mann angekommen sei. Derselbe war auch wirklich angelangt, und als er seinen Freund bereit sab für ihn zu sterben, richtete er ihn vom Boden ans und ergriff das Schwert, um eS auf seinen Nacken zu legen, aber auch sein Freund that also, so daß sie beide das Schwert hielten, und wahrend der Eine sprach: ich will sterben, sagte der Andere: nem, ich will für dich sterben. Als aber der König sah, daß sie nunmehr noch unerwarteter sich benahmen als genannten Ausdrucke und glauben, dasi Herr St. zugebcn wird, daß das Wort אבזוגח oft genug in der Bedeutung von Treu und Glauben vorko-mmt, die bier um so richtiger ist, als die Worte וחב סחורות' גתתי להם באםעה durch die folgenden דלא בתבתי עמידים שטו erklärt werden. Herr Dt. übersetzt diese zwar: ohne einen Schein darüber zu besitzen, indeß, wie uns dünkt, auch nicht ganz richtig. Denn wenn wir auch von der grammatischen Ungenauigkeit in dem Worte עליתם, waö sich nach St. aus סחורותי bezieht, wo eö dennoch עליהן heißen müfuc, ab sehen wollten, so zeigen doch die folgenden Worte .זלא אכחוב־שטחד על הלוקחים deutlich den Sinn dieser Stelle, den wir in unserer ttcbersetzung richtig wiedergegeben zu haben meinen, während St. übersetzt: ohne Schuldschein von den Schuldnern ausstellen zu lassen. Dem jüdischen Neferenten ist aber das Wort ששר nicht bloS ein vom Schuldner ausgestellter Schuldschein, sondern auch ein vom Gläubiger angefertigtes schriftliches Document über seine Schuldfvrderung.