Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Parallelen zu Schillers Bürgschaft, insbesondere in Beziehung auf eine jüdische, kritisch beleuchtet
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 4)
- Language
- German
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332 Die *Parallelen, zu Schiller's Bürgschaft. ebne Zusätze schildert, da beide ihre Berichte aus der Schrift eines Zeitgenossen des Dionys, nämlich des AristoxenuS, entlehnten, welcher versicherte, den Vorfall aus dem Munde des Dionys selbst vernommen zu haben, als dieser nämlich, seiner Herrschaft entsetzt, in Eorinth Unterricht ertheilte. Porpbyrius erzählt nämlich ungefähr am Ende seines Buches über das Leben des Pythagoras, daß die Pythagoräer die Freundsebasi mit Fremden streng vermieden hätten, dafür aber einander mit um so,innigerer Anhänglichkeit ergeben gewesen wären, wie dies AristoxenuS bezeugt. Nachdem Mehrere behauptet hätten, daß die Pythagoräer nicht für einander einstehcn würden, falls einer von ihnen festgenommcn würde, hätte Dionys, um ihre Freundschaft zu prüfen, den PhintiaS ergreifen und vor sich führen lassen, ihn sodann beschuldigt, daß er ihm nach dem Leben getrachtet hätte und hierauf zum Tode verurtbeilt. Dieser hätte aber gebeten, daß ihm doch der übrige Theil des Tages als Frist gegeben würde, um seine und des Dämon Angelegenheiten zu ordnen, den er so lange als Bürgen stellen wollte. Als ihm »dies bewilligt worden sei und Dämon sich ausgeliefert batte, sei Dionys sehr erstaunt gewesen, jene aber, welche die Probe veranlaßt batten, hätten den Dämon verlacht, weil er sich der Gefahr preisgegeben. Als aber die Sonne hätte untergeben wollen, wäre PhintiaS gekommen, den Tod zu erleiden, was Alle in Erstaunen gesetzt und den Dionys zu der Bitte bewogen bätte, ihn als Dritten in ihren Freundscbastsbund aufzunebmeu, woraus jene jedoch nicht hätten eingeben wollen. Ans dieselbe Weise erzählt diesen Vorfall mit unwesentlichen Abweichungen Jamblich in seinem Werke vom Leben des Pythagoras (edit. Theodoret p. 108 ff.). Etwas verschieden wird dieses Ereigniß jedoch in den Gestis Romanorum erzählt, einem Werke, das unter verschiedenen Nedactionen v-orlicgt und bei welchem eö der angestrengtesten Forschung noch nicht bat gelingen wollen, den Autor und die Zeit der Abfassung zu ermitteln. Der Sprache nach zu urtheilen gehört es indeß jedenfalls einer späteren Zeit als die bisber genannten Schriften an. Da die Gesta Romanorum ziemlich selten sind, so theilen wir die Erzählung nach denselben dem Inhalte nach mit. ES werden dort (vgl. Ausgabe 1494, p. 58, Erzählung 108) ׳statt der beiden Pythagoräer zwei Straßenrauber angeführt, die sich eidlich gelobt hatten, sich Ln der Gefahr nicht im Stiche lassen zu wollen. Als nun der Eine bei einem Diebstahle ergriffen und ins Gefängniß geworfen worden war, ging der Andere zu ihm und fragte ihn, was ihm wohl geschehen würde. Wahrscheinlich werde ich sterben müssen, entgeguete dieser und wenn Du mir dies