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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 9 · p. Seite 331

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 9
Article
Die Parallelen zu Schillers Bürgschaft, insbesondere in Beziehung auf eine jüdische, kritisch beleuchtet
Date
1854-01-01
Page
Seite 331 (sequence 3)
Language
German
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Die Parallelen zu SchilLer'ö Bürgschaft. 331 nmttius zu kreuzigen befahl, entgegnete dieser, daß ja der dritte Tag noch nicht ganz vorüber Ware. Nachdem aber auch neun Stundeil verstrichen waren, bieft der älöuig den Selinuntius ans Mvcu^ schleppen. Schon sollte dieser Befehl ausgefübrt werden, als Moeros, naebdem er des Flusses Gewalt überwunden batte, berbeikam, den! Henker nacbeilte und von ferne rief: Halt, Henker, da bin ich, für den er gebürget. Auf die Alinrtc, die der Alönig von diesem (Ereignisse erbielt, liest er sie zu sich fübren, bat sie, ibn in den Freundscbastsbnnd mit aufznnehmen und schenkte dem Moeros das Leben. In dem vorstehenden Referate wird schon nicht mebr gesagt, dast Moeros und Selinnntilis, weil sie beide dem Orden der Pytbagoraer angeborten, für einander das Leben einsetzten, und für das scholl von Diodor erwähnte gcfäbrlrcbe Nusbleiben des PhintcaS wirb hier ein Grund angegeben; auch wird ein Hindernist erfunden, das ibn anfbielt ,!ud nicht früher zurückkehren liest, anderer Nebennmstände nicht zn gedenken, die vier erwähnt werden, dem! aber bei den bald zn nennenden Autoren uicbt gedacht wird. Auch Valerius Marimus, der bekanntlich unter Tiber lebte, gedenkt (in den l'lxtcmi* zu dem 7. (׳»'ap. des 4. Buches seiner Memorabilienj der seltenen Freundschaft der Pytbagoraer Dämon und Pbintias und erzählt die schon bekannte Geschichte fast wie (>Leero. (5r sagt zwar, dast, als der festgesetzte Tag heranuabte, ohne dast der Berurtbeilte zurückgekehrt war, Alle den tollkühnen Bürgen der Tborbcit ziehen, erzählt aber, dast jener doch zu der von Dionys festgesetzten Stunde ciugetroffeu sei und kennt demnach noch kein Hindernist, das eilie rechtzeitige Rückkehr verhindert batte. In ähnlicher Weise erzählt Polyaen, der um 103 N betör war (Ln den! fünften Buche seiner aTpa7r^kuaT1x<0£ (>ap. 22), dast Di onus den Eupbenms ans Paros, der seinen Plänen hinderlich gewesen, in seine (Gewalt zu bekommen gesucht batte, was ibm auch gelang, woraus dann Gupbenius zum Tode vernrtheilt wird. Dieser bittet alsdann um sechs Msnate Frist, um seine Schwester zu verheiratben und lastt den Eucritus als Bürgen zurück. Bon der beängstigenden Verzögerung der Rückkehr ist auch hier nicht die Rede lind noch weniger von Hindernissen. Hinzugesügt wird hier nur, dast die Freunde sich geweigert hätten, der Bitte dcS Dionys, ihn in ihren Bund ausznnehmen, zu willfahren. Parallelen für unsere Erzählung finden sich aber auch bei Porphyrius, dem Schüler PlotinS und LonginS, und bei seinem Schüler Jamblich, der in! Jahre 333 starb und zwar in einer Weise, die uns das Factum wohl am meisten der Wahrheit gemäß und wie es scheint 25*

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