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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 8 · p. Seite 316

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 8
Article
Hagadische Elemente bei den Kirchenvätern
Date
1854-01-01
Page
Seite 316 (sequence 6)
Language
German
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316 WisscufchaftI iche Aufsätze |0י011י Jesaias als falschen Propheten hinrichten lassen, dafür daß dessen prophetische Aussprüche in Widerspruch mit dem Gesetze stünden, so ist mau aus dm ersten Blick v^cuci^tr es für einen individuellen Einsall, Mancher für eine rabbinische Grille Naba'S zu halten. Da belehrt uns Origencs, daß auch dieser Zug sehr alt ist. Man vergleiche die fast wörtliche Parallele: ,אט־ דבא סדין דייינד: וקטליד, * אטד ליה משד רכך אס,‘ כי לא יראני האדב והי ואת אמרח ואדאד, את ח׳ יושב Qc* bamot das.'). Und Origenes: Gur non dieamus in praesenti traditionem quandain Judaeorum vcrisimilom quidom nee tarne» veram, et solutioncm ejus quare non invcniainusjf Ajunt ideo Esniam esse sectuiu a populo quasi ledern praevicantcm et extra scripturas anminciantem. xScriptura cnini dücit: Nemo \idcl׳it. facicm menm et vivet. Iste vero ait: vidi Doniimim Sabaoth. NInyses. ajunt, non viclit, et tu vidisti? Et propter hoc cum sccücrunt et ■condamnavcrunt cum ac impium. (llomilia in Esaiam). Die einzige Differenz zwischen der talmu'dischcn Fassung dieser Ha gada und der patristischcn besteht darin, daß nach der ersteren es der König Manasse war, nach der letztern aber das Volt, welches IesaiaS ums Leben gebracht habe. Aber man ist keineswegcs berechtigt, daraus zu schließen, daß die Ha gada variirt hatte, vielmehr scheint sie im christlichen Kreise diese tendentiöse Umbiegung erhalten zu haben, das Verbrechen aus das Volk zu werfen,, damit dein jirdischen Volke durch ein Beispiel mehr der Propbetenmord zur Last gelegt werden könnte. (y6 ist darum den Kirchenvätern geläufig, daß Jesaias vom Volke zersägt worden sei: ,Esatav TieTCpfc^at 370 705 XaoO (Tertnllian in Seorp. e. 8), und in den polemischen Unterbedungen zwischen Christen und Juden wird den Letztern ohne Weiteres der Vorwurf gemacht, daß sie Jesaias gemordet haben: 70׳- Eaaiav eicptaaTs (Grcgcnthis Colloquium cum Ilcrbano Judaeo p. 1t>). Für unfern Zweck genügt das Resultat, daß die von Naba überlieferte Hagada mit allen Umständen schon ein Jahrhundert früher in ISirailation war und für alt gehalten wurde. 5) Zn Origmes' Zeit war ferner die Hagada verbreitet, welche das Fehlen des Satzes: und Gott sah, daß es gut sei bei der Schöpfung des zweiten Tages zu erklären suchte: iv 7H y&vscsaa ös 70: ״el&ev b Ä£0? 071 xaXcv“ £70, 7(5 07ep^wp.a, nap* *Eßpa£ot$ ou/, euptffxe7at, xal 7tpoßX־qp.a 8£ 7cap au701£ oy 7b xy^ov 70370. (Epistola ad Africairam 4. 16). Die hagadische Erklärung selbst hat Origeues nicht für gut gefunden miLzutheilcn, aber Hieronymus hat sie gekannt, und sie stimmt mit der in der Mi-

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