Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Eröffnung des jüdisch-theologischen Seminars
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 12)
- Language
- German
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304 Die Eröffnung des jüdisch-theologischen 0cmnuvtf. nun fl bev Anstalt jum August an zeigte und den 6. und 7. Juni für die Aufnahmeprüfung foftfcnrc, würbe bereits Anfang März erlassen. An ben genannten Tagen haben denn auch bie Ansnahmcprlifungen unter bcm Vorsitz bcS Direciorö stattgcfunden. Die Zahl bcr Mclbungcn war beträchtlicher als erwartet werben bürste; bas strenge Festhalten an bem Minimum bcr znm (Eintritt in bie Anstalt für bie Stubien znm Rabbinatc erforberten allgemeinen Vorbildung machte viele Zurückweisungen nöthig. Unter ben Ausgcnomnlcnen besinben sich eben sowohl Schüler, welche bereits der Universität angehören, als solche bie schon in bcr Prima des Gymnasiums gewesen stirb. Den 10. August b. I. wirb nun bas jüdisch-theologische Seminar eröffnet unb geht init diesem Tage als Lehrinstitut in bie Hände des verantwortlichen Directors über. Als ״Fraenckel'sche Stiftung" wirb bas Seminar alljährlich 11111 Todestage des verklärten Stifters eine religiöse Feier, die erste am 27. Januar 1855, veranstalten, zu welcher die hohen Gönner unb Freunde ber Anstalt cinzulabcn wir uns Vorbehalten." Wir behalten bie nähere Auskunft über manche imrere Ginrichtung bes Seininnrs sowie über ben gegenwärtig bcfolgten Lehrplan einem künftigen Hefte vor, unb erwähnen nur noch ber am 10. August erfolgten Eröffnungsfeier. Vormittags gegen 11 Uhr versammelten sich bie Seminaristen in bem großen geschmackvoll bccorirtcn unb mit dem Bildnisse Sr. Majestät des Königs Friedrich Wilhelm ll., und den 'Bildnissen bes Stifters und seines früher ihm vorangegangenen Bruders David Fraenckel verzierten Prüsungösaale des Scnrinars, woselbst etwas später die Lehrer eintratcn. Hieraus würbe ber Direetor V1-. Frankel von den Herren Kuratoren eingeführt, unb Herr l>r. I. Levy hielt im Name» bes Kuratvriumö folgende Ansprache an den Direetor: ״Hochwürdigcr Herr Obcrrabiner! Das Werk, welches mit Gottes Hülfe so weit gediehen ist. hat unter Ihren Augen sich entwickelt, ist unter Ihrem Beistände eine reise Frucht geworben. Mächtig bewegt fühlen wir uns in diesem feierlichen Augcnblicke, in bem wir ״das jüdisch-theologische Seminar", sanktionirt durch die Huld unb Gnade Sr. Majestät bes Königs, und unter dem hohen Schutze Seiner Regierung sestbegrünbet.