Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die gegenwärtige Lage der Juden in Palästina
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 8)
- Language
- German
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Die ßcflcnii'artiiic Lage der Jude», in Palästina. 2Ü1 glänzende Hoffnung allsgehen. Es lenkt sich jetzt der Blick ans das lange vernachlässigte Palästina: an die Spitze des Unternehmens hat sich mit bescheidener Verschweigung seines Namens Baron James v. Rothschild in Paris gestellt, und hak, was noch nrehr als die geleistete bedeutende Geldhülfe, mit dem ganzen Gewichte seines ׳Ansehens die Angelegenheit den türkischen Großen und Wortführern dringend ans Herz gelegt. Aus seine und des französischen Centralconsistoriumö Veranlassung geht Herr A. Cohn nach Palästina: ein Mamr der größten Opferfähigkeit und der energischsten Ausführung, der mit der seltensten Herzensgüte eine mit Einsicht und Ausdauer das Ziel verfolgende Thatkraft paart. Das Unternehmen ist weitgreifend: es will nicht nur die augenblickliche große Noth Palästinas verminderil, sondern auch für die Zukunft durch Ankauf von Ländereien und deren Bebauung durch Israeliten, Anlegung von Schulen und Gewerbeanstalten u. s. >v. vorsehen und dem häufig wiederkehrenden Uebel gründlich abhelfen; und es beabsichtigt zugleich nicht nur die Juden Palästinas sondern die Inden des ganzen Orients mit ihren abendländischen Brüdern zu verbinden. Der Orient zählt viele Millionen Juden, die für den Occident fast verschollen sind: weit verbreitet durch Syrien und in den Städten am Euphrat bis dahin wo er in den persischen Busen mundet, und wieder hinauf am Tigris und in dein Hochlande Armenicns; und zerstreuet in dem unter Anarchie seufzenden Persien und zahlreich angesiedelt in Vochara und Chiwa und an den Ufern des Oxuö, sind sie dem Abendlaude ganz entschwunden. Diese Juden haben aber einen Mittelpunkt, an dem sie mit frommer Liebe hängen: Palästina; in denr einheitlichen Gedanken an dieses geheiligte Stammlaud begegnet sich der am caspischen und der am arabischen Meere wohnende Jude, dorthin richten sich die Gebete und frommen Wünsche der inr kurdischen Gebirge und im arabischen Djcbcl Goreb angcsiedelten Israeliten. Dieser Mittelpunkt allein kann die Verbindung zwischen den über Asien zerstreueten und den abendländischen Glaubensgenossen vermitteln. Die Zeit liegt hinter uns, in der feiges schmachvolles Sichaufgeben jede Erwähnung des heiligen Landes und eine Verbindung der Juden zu uitterdrücken suchte. Wir wünschen eine geistige, durch den Glauben vermittelte und in ihm bestehende Verbindung; und schämen wir