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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 7 · p. Seite 286

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 7
Article
Die gegenwärtige Lage der Juden in Palästina
Date
1854-01-01
Page
Seite 286 (sequence 3)
Language
German
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286 Die gegenwärtig Lage der Juden in Palästina. gernden Binder um Nabruug bettelnden Wittweu, sehen Männer tief bewanden im Gesetze, die früher durch ihre reichen Gaben Stützen der Gemeinde waren, jetzt in den Straßen Jerusalems wanken und ibr Brod von Thür $11 Tbür betteln, Euer Herz würde vor Mitleid zerschmelzen. Brüder! diese Schilderung ist fern von Uebertreibung. Wir fönneu buch nicht die schreckliche Wirklichkeit unserer Lage beschreiben, unser trauriger Zustand kann von jedem ׳Eiuwoblicr, sowie von jedem nach dem heiligen Lande Pilgernden bezeugt werden. ׳ - Das Glend das wir erdulden wird noch erschwert durch die traurigsten Befurchtungen; denn die Umstände mit ibrem sich geltend machenden Giuftusse sind geeignet, unseren Feinden die Ausführung ihrer Pläne zu erleid»* ton!2 3); und welches Unglück bat man sich nickt zu gewärtigen, wenn der verbungernde Hause durch ein Stück.Brod versucht wird? Schrecklich! schon verkauft der Vater sein Kind, um cs vom Hnngertode zu retten; und fünvabr die Leiden unseres Volkes waren nie größer. Wir flehen euch daber, Israeliten aus allen Gegenden und Strieben an, bald Cure Hülfe einer ausgehungerten Bevölkerung zukommeu zu lassen. Möge sich unser Notbscbrei nach allen Seiten verbreiten. Allen heilig sein, die Aufmerksamkeit Aller auf sich ziehen! Wrr wenden uns an Sie, Sir MoseS Monlefiore: seien Sie wie bisher der Leuchtstern unserer Hoffnungen; möge Jbre Hand von Neuem unterstützt werden von der frommen Judith), und Ihr vereintes Beispiel die Männer und Frauen des Hauses Israel crmutbigen. Und Ibr, Brüder! erinnert Euch, daß wir Kinder desselben Gottes sind: unser Stammbaum breitet seine Wurzeln von den Enden deS Orients bis zu den äußersten Grenzen des Occidents aus. Bei der Liebe zum Gotte Israels, bei den Banden unseres gemeinschaftlichen VoMbumS richtet Eure Blicke nach dem Lande der aufgeheuden Sonne, nach Jerusalem und Zion, erinnert Euch von wo das Gesetz und das göttliche Wort ausfloß. 2) Die jeden Glauben entehrenden Umtriebe der englischen Missionare zu Jerusalem sind bekannt: auch die Mitte! der Erziehung und der Kranken- und Armenpflege werden von ihnen-zu eben so vielen VcrlockungSmitteln zum Uebertritte herab gewürdigt. Schon dieser Umstand sowie das sonstige an empörender Brutalität reiche Gebahrcn dieser verächtlichen Menschen — wir erinnern nur an das in öffentlichen Blattern vielbesprochene frevelhafte Eindringen in die Synagoge am vorjährigen Pessachfeste fordert zur thätigen Theilnahrne an den von allen Seiten hart bedrängten Brüdern auf. 3) Lady Montesiore,

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