Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 16)
- Language
- German
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264 Die iH'ucre j üdische Literatur und il׳re L^escuttm-rvorn herein daran fict) knüpfen. Auf dem ,.Altäre des Gemüths" erzeugt, muß die ftlannrie sogleich die Höhe suchen und das gesaininte geistige Bermögen des Menschen erfassen, Dies ist das .uennzeiche» wahrer (Gottesfurcht, So heißt es auch iMal. 3, 16,): ״Den Gottesfürchtige» tind denen, die seineu Namen denkend achten" HL2״ ׳Gotterkcnnrniß mit 6)ottesfurcht gepaart, so daß (Gottesfurcht ans ihn! athme" sind die hohen (Eigenschaften, welche Jesajas (11,2.3.) seinem Ideale beilegt! — Und wie tonnte auch die in den biblischen Urkunden einpsohleue Gottesfurcht ein minder würdiger Begriff sein (der, wie Manche wähnen, unter einer späteren andern Anschauung nicht mehr als!)ieligionsprineip vorangestellt seil, da ja (sott durchweg als heiligstes Spesen zu verehren geboren wird (״seid heilig, denn iell der Ewige euer (sott bin heilig", Lev. 16. 2.); ein Wesen, das mithin nur das Wüte will, von dem gar nichts 'Böses ansgeht, das >vir zu fürchten hätten. Alles Uebel liegt vielmehr in »ns, ist ftolge unserer sündlichen Begierden, die wir aber beherrschen können und sollen (Wen. ■4, 7.1 Anstatt der ftnrcht vor Strafe soll darum nach der religiösen Anschaunng des Zndenihums als erste Liadie die ״fturcht vor Sünde" <דאה העא•) treten, von wo aus der Dien sch zur innigsten und nberzengungsvollsten Ghrftircht Gottes sich erheben wird (vgl. auch 2. Heller zu Sota Endet. — So vergleicht ein Talmudist (Abot d. Dt. Nach. c. 22.) die iyuvdu vor der Sünde mir dem Handwerkszeuge, das vor Beginn der Arbeit zur Stätte gebracht sein >uuß. Legt mm der Werkmeister kräftig Hand an, bat er sich mit wahrer Gottesfurcht durchdrungen, so wird er den religiösen Bau segensreich vollenden! — Wie die ״ftnicht vor der Sünde" Ausgangspunkt aller religiösen Ueberzcugung, so ist jene edlere in Liebe sich bethätigendc Gottesfurcht zugleich Ziel und Gipfelpunkt aller Religion. Die 'Borschriften und (seremonieen, deren Ausübung das religiöse Gesetz erheischt, haben nur den Zweck jene beseligende Gottesfurcht, die unS allein höheres Leben spendet, in uns zu erstarken und zu steigern (Deut. 6. 23. vgl. Commeut. zu Mainronid. Hrtchot jesode bathora c. 2. § 1. 2). — Es bedarf für Sie. w. ftr., keiner weiteren Nachweisung, wie schon die ersten mosaischen Bücher (z. B. Gen. 22, 12. 42.18.) den Inbegriff religiöser Gesinnung durch ״Gottesfurcht"