Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Chronologische Ansetzung der Schriftgelehrten von Antigonus aus Socho bis R. Akiba
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829164-2829171-2853113--01705-2853150- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
224 Wissenschaftliche Aufsätze. man in Jabneh keine Todesurtbeile vollstrecke, sondern die Verbrecker vor daö Synedrinm in Jerusalem führe, und ich will nicht dagegen geltend macken, daß nach Abot R. Nathan K. 4 jene Bitte des R. Jochanan den Saltai an VeSvasian dlos dahin gelautet haben soll, ihm Jabneh zu geben, wo er seine Schüler unterrichten wolle. Allein daß auch die Präsidenten der altere Gamliel und sein Sohn Schimon sckon in Jadne gelebt hatten, folgt hieraus nicht, und es ist dies auch sehr unwahrscheinlich. Denn 1) brauchte dann N. Jochanan b. S. nickt mn die Familie des Gamliel besonders zu bitten, diese wäre ja schon in den Weisen von Iabne miteinbegriffen gewesen: daß er um sie noch besonders bat, spricht eher dafür, daß sie damals nicht in Iabne lebte; 2) nennt Joseph! yita § 38 den Präsidenten Schimon einen Mann von Jerusalem, und versetzt il>. sowie §• 44 seine Wirksamleit dortbin3 ,׳) finden wir Pea 2, 6. Nosch baschana 2, 5. Orla 2, 12. To'ista Schabbat M. 14. Synedrin 11, b den älteren Gamliel, sowie in den eben aus Iosepbus angeführteil Stellen und Sleritut 8, a seinen Cobn Sckimon in Jerusalem thätig, mit es iväre doch eine sehr gezwungene Annabme, daß bei jeder von diesen Gelegenheiten der Vater oder der Sobn blos zufällig sich in Jerusalem befunden babe 1). Der Beweis von Schinuel dem kleinen aber ist völlig unhaltbar, denn a) die Grzäblung Aboda sara jer. 3, 1, nach welcher dieser Sckmuel. schon zu Hillel's Zeit nächst Diesem über Alle hcrvorgeragt hätte, ist Sota 48, b. Tosifta Sota K. 13. Synedrin 11, a ohne diesen Zug miitgetbeilt; — b) wenn wir auch mit den drei Stellen vor der letzten und Sota jer. 9, 13. 10 annehmen wollten, daß er ein Schüler des Hillel war, obwohl eine bedächtige Vergleichung aller dieser Stellen noch Zweifel hieran zurückläßt, so lebte er doch jedenfalls noch geraume Zeit nach der Zerstörung, denn a) Sota jer. 9, 16. Aboda sara jer. 3, 1 erscheint er zugleich als älterer Zeitgenosse des R. Glicser, als dieser schon im höchsten Ansehen stand, dieser aber war bei der Zerstörung noch ein Jüngling; ß) lesen wir zwar Semachot 5(. 8, daß ihm der altere Gamliel und N. Glasar ben Asarja die Grabrede gehalten hätten: aber dies ist offenbar auf den jüngeren Gamliel zu beziehen, denn ich glaube zwar nicht mit Taanit jer. 4, 1 und Berachot 28, a, daß N. Glasar ben Asarja erst 16 oder 18 Jabre alt war, als er mit dem jüngeren Gamliel das Präsidium theilte, in welchem Falle er gewiß nicht könnte neben dem älteren Gamliel eine 1) Warum ich hiesür nicht Abot N. Natan K. 38 geltend mache, wonach der Sohn in Jerusalem ansässig war, wird sich sogleich zeigen.