Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Chronologische Ansetzung der Schriftgelehrten von Antigonus aus Socho bis R. Akiba
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 5)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 225 Leichenrede gehalten haben, aber nach Jebamot 16, a war er wohl jünger als N. Jehoschua und also anno 70 schwerlich über 20 Jahre alt, ohnehin aber muß man es doch für viel wahrscheinlicher halten, daß es der jüngere Gamliel war, mit welchem er, als seinem Kollege im Präsidio, Schmuel dem Kleinen die Grabrede hielt; 7) wie konnte Letzterer wohl in so vielen der angeführten Stellen für den Lehrer des Jehuda ben Baba erklärt werden, welcher nach Syncdrin 14, a. Semachot K. 8 über 50 Jahre nach der Zerstörung blühte, wenn er bei Lebzeiten des älteren Gamliel schon gestorben wäre? b) auch eine besonnene Erwägung von Jebamot jer. 8, 2, besonders wenn damit Jebamot 75 a verglichen wird, wird Jedem ergeben, daß er, dort זעיר שמואל genannt, noch einige Zeit nach der Zerstörung in Jabne gelebt hat. Darum konnte gleichwohl dieser Schmuel zuweilen mit den! älteren Gamliel zusammengcnannt werden, z. B. Synedrin 11, a. ib. jer. 1, 2, wo Letzterer ihn ״Sohn" nannte; und daß Semachot M‘. 8, bei Mittheilung eben dessen, wovon die beiden letzten Stellen handeln, der ältere Gamliel mit Necht mit Schmuel dem Kleinen zusannnengenannt wurde, hat wohl verursacht, daß einige Zeilen später der ältere Gamliel statt des jüngeren als sein Grabredner bezeichnet wurde. •— e) wie kann man wegen jener angeblichen Prophezeiung Schmuel des Kleinen Tod vor der Zerstörung ansetzen, also ihm wirklich eine Sehergabe zugestehen, die unglaublich ist? — d) steht es bekanntlich sehr mißlich darum, daß in ihr ein hoher Priester Jischmaül ben E-lischa gemeint sein könne: Jischmael ben Elischa erscheint zwar Berachot 7, a. Gittin 58, a als ein hoher Priester, allein Tosista Eballa K. 1 und Abot N. Natan K. 38 blos als der Sohn eines solchen; überdies hat nach Gittin (einige Zeilen vorher) Schabbat 12, b. Jebamot 104, a. Baba-batra 60, b. Ehnllin 40, a Jischmael ben Elischa geraume Zeit nach der Zerstörung gelebt, und ehe man diesen für seinen Enkel erklärt, muß man doch erst Nachweisen, daß der Großvater existirt hat! — c) verstehen unter dem Märtyrer Schimon blos die jüngeren Quellen (Megillat taanit K. 12. Abot R. Natan K. 38. Semachot K. 8) den Sohn des (öamliel: die älteste Quelle, Mechilta 60, a, nennt Beide schlechthin R. Jischmael und R. Schimon, läßt auch in dem Gespräche vor ihrem Tode von Letzterem den R. Jischmael zweimal ״Rabbi" anredcn, was für einen Naßi sehr auffallend gewesen wäre, sowie bei der Nachricht von ihrer Hinrichtung R. Akiba zu seinen Schülern sagen, ״nun sollten sie sich auf viele Leiden gefaßt machen" u. st w., während bei der Zerstörung R. Akiba noch keine Schüler gehabt haben kann, denn er war ein Schüler von R. Eliescr und R.