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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 6 · p. Seite 219

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 6
Article
Briefe aus Berlin
Date
1854-01-01
Page
Seite 219 (sequence 4)
Language
German
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Briese aus Berlin. 21» V. Nachdem, wie gezeigt worden, die Synagoge Gegenstand der Aufmerksamkeit im bösen Sinne geworden war, tbat dieselbe im Iabre 1710 eine erfreuliche Kundgebung. Sämmtlicbe Berliner Aeltcsten, an ihrer Spitze der Hofjuwelier Markus MagnuS, im Verein mit den! Oberrabbiner Arnd Benjamin Wolfs — er wurde 1701) nach Ableben deö Simon Bernd eingesetzt — veranstalteten nämlich am 10. November einen großen Fast-, Buß- und Bettag für das Wohl des Königs, wozu ein besonderes Gebet aufgesetzt unt» in öffentlicher Feierlichkeit verlesen wurde, was damals, als erstes jüdisches Gebet dieser Art in Preußen, großes Aufsehen und Woblgefallen erregte. — (7in Fortschritt in der Kultur zeigte.sich darin, daß im Iabre 1717 eine von dem gelehrten Iehnda Löv, der sich als Korrektor der Iablonsky'sehen Bibel bekannt gemacht, angelegte bebräische Buchdruckerei crisnrte, die besonders viel Bibeln und Ratender druckte. — Am wichtigsten aber für die Gemeinde als solche ist die 1712 den Berliner Juden gegebene krlanbnisi zun, Bau einer großen allgemeinen Synagoge. Bis zum Jahre 1007 war ihnen. nämlich nur der PrivatgotLesdienst in ihren Häusern gestattet. Seit dem Iabre 1007 aber wurde zuerst dem Roppel Nieß, in Folge seines dem kbursürsten Friedlich 111. überreichten und von diesem sehr wohl aufgcnonunenen Glückwunsches, die krlaubmß ertheilt eine Synagoge zu bauen., in welcher allein die Inden öffentliche gottesdienstliche Versammlungen halten dürsten. Bald daraus wurde eine gleiche Erlaubniß den! schon genannten sehr einflußreichen Liebmann ertheitt. Diese zwei Synagogen, deren Urheber und Theilirehmer neidisch und gehässig gegen einander waren, lagen unglücklicherweise nebeneinander Ln der Büttel- und Heidcreitergasse, und gaben leider zu solchen gegenseitigen Zänkereien, Anklagen und den gemeinsten Verläumdungen vor Gericht Anlaß, daß cs besser ist die Details zu verschweigen und nur aus der Summe die warnende Lehre für die Gegenwart zu ziehen, was die Juden zu vermeiden haben, um sich nicht weit mehr zu schaden als es ihre Feinde vermögen. An der Spitze der einen Partei stand der Hofjuwelier Markus MagnuS, welcher die Aufhebung beider Synagogen und die Anlegung einer neuen allgemeinen wollte, an der der andern die Wittwe Liebmann. Endlich wurde trotz allen Verläumdungen und Streitigkeiten das Bessere durchgesetzt und 1712 der Grundstein zu einer neuen, allgemeinen Synagoge gelegt. Aber weit entfernt dadurch den Streit geschlichtet zu sehen, wurde dieser nur um so Heller ange-

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