Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Israeliten von Laghouat
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 3)
- Language
- German
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m Die Sfvactiicn Von Laghouat. inbcffcn nicht die (?Gleichgültigkeit der übrigen Familicnglieder gegen die Kranke׳, besonders ging Noemi,r häufig zur Mutter und überhäufte sie mit ollen von der kindlichen Liebe ihr eingegebenen Tröstungen, während die Uebrigen bloS am Sabbat hiutraten. um ihren Segen zu empfangen. Rebekka selbst, in den Sitten ihres Landes erzogen, duldete mit (Ergebung, ohne über die Gleichgültigkeit der Ihrigen eine Klage auszustoße». Nach genauer Untersuchung der Kranken erkannte >Hr. W. das Nebel für heilbar, lies, sie aus ihrem schrecklichen Aufenthaltsorte in die frische Luft unter die Galerie bringen, ihr daselbst ein angemessenes Lager bereiten und verordnete ihr einen Trank als Arznei. A>n folgenden Tage fand er jedoch den Trank unberührt, dahingegen waren mehrere Frauen 1,1,1 die Kranke beschäftigt, ihr IheilS ein Halsband von Amuletten (קמיעות) aller Farben und Größen umbindend, tbeils ihr daS Gesicht mit dem Ueberreste des Habdala-WeinS vom jüngsten Sabbat einreibend. W. gab zwar in kluger Weise die Wirkung jener Amulette und (fjureibungen zu, bestand aber darauf, das! die Patientin daS von ihm verordnete Mittel einnehiuen müsse. Die Bitten dcö Gatten und die Thränen der Tochter veranlasten endlich die Kranke zur Nachgiebigkeit; die Arznei ward genommen, es trat bald eine wohlthänge Krisis ein und nach kurzer Zeit war Rebekka völlig genesen. Die Freude hierüber gab sich in der Familie auf mannigfache Weise kund; Gliahn lud den Arzt zum Gottesdienste und zum Frühstück in seiner Behausung für den nächsten Sabbat ein. Der Sieg, den die rationelle Medicin über die Heilung durch Amulette errungen hatte, verschaffte Hrn. W. bald das Vertrauen fast aller israelitischen Familien in Laghouat. die ihn von nun an besonders bei einem dort häufig Vorkommenden ״eitrigen Augenübel" (Ojilriiinimic juinilcuif!) zu Rathe zogen. W. geht nun in dctaillirtere niedicinische Mittheilungen über, wobei er unter Andern erzählt, in welcher großen Achtung die Zwiebeln, als Schutzmittel gegen die bösen Geister, bei den dortigen Israeliten stehen; sodann spricht er von den Beschästigungen der Israeliten in Laghouat. woraus wir Folgendes (vgl. Bat׳» Kamme, H5 a. u. Tosafet das., und wir wundern uns, wie gläubig« Israeliten diese Borschrist vernachlässigen konnte»! Anm. d. Bearb. 10*