Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Israeliten von Laghouat
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
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206 Die Israeliten von Sa^numt. trat er mir uafun׳ und sagte daö übliche ״Schalom Alechem", küßte mir dann die Hände und bezeugte seine Freude einen fra» zwischen Israeliteil zn sehen, sowie seine Anerkennung der Absicht, die mich zu ihm führte. Obgleich ich meinen gewähltliehen Dolmetscher iticht mitgenommen hatte, verstand ich doch den 2mn seiner Reden, hauptsächlich mit Hülfe der vielfachen Geberden, womit er seine Worte begleitete. Zu größerer Beguemlichkeit schlug ich ihnt jedoch vor, unS hebräisch zu unterhalten! ich war entschlossen, mich so gut es gehen würde in dieser Sprache auszudrüeken, die ehemals mein Lieblingsstudium war. Der Greis lächelte über diesen Borschlag. 'Wahrlich er handhabte die heilige Sprache mit einer Leichtigkeit, Nichtigkeit und einent Ucbersließen biblischer Bilder, die »tick in Erstaunen septen und tneinen geringen Borrath an hebräischer Sprachkenntltiß in Schatten stellten. Nach mehreren an mich gerichtoten Fragen über die Israeliten in Frankreich, ihre Sitten und Gewerbe, und nachdem er alle Einzelnheiteit meines bescheideneu europäischen Anzugs mit der naiven Neugierde eines.Lindes untersucht hatte, führte er mich zu seiner Gattin Rebekka". — Herr W. schildert nun den erbärmlichen äußern Zustand, liKniit er die Kranke fand, da man sie ganz sich selbst überlassen hatte. ״Diese Vernachlässigung der Kranken, besonders wenn sie schon ein gewisses Alter erreicht haben, ist bei den Israeliten in jenem Lande sehr häufig. Es ist dies unglücklicheriveise ein Reflex der arabischen Sitten, des muselmännischen Fatalisnuts, der auf die Reinheit des jüdischen Glaubens seinen Einfluß übte. Wenn der ganze Borrath abergläubischer Gebrauche bei einem Kranken erschöpft ist, wenn inan zu wiederholten Malen und zuletzt beim Sabbat-Gottesdienste vergeblich für ihn gebetet hat, so spricht der Israelit wie der Araber, ״ed ist geschrieben, daß dieser Kranke sterben müsse" und er überläßt ihn der Gitade GotteS. Sehr häufig habe ich seitdem diesen barbarischen Brauch sowohl in jüdischen als arabischen Hausern wahrgcnommen"').-Eliahu und Nocmia thciltcn 1) Um jenem im Morgenlande schon in alten Zeiten spulenden Fatalismus entgegenzuwirken. damit man md)t wahne ,.die ärztliche Behandlung eines kranken widerstreite den Anordnungen des Allerhöchsten", haben die Talmudisten weidlich die Verpflichtung und Berechtigung zur Anwendung von Heil- Mitteln als in dem Bibelworte Ezod. 21, 1v. זרפא ירפא begründet dargestellt