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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 6 · p. Seite 208

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 6
Article
Die Israeliten von Laghouat
Date
1854-01-01
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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208 Die 3fvaefiUn von Lagbouat. entnommen. ״Während die I. im übrigen Tl>eile Algeriens, besonders in den Müslenstädte», sich fast ausschließlich dem Handel widmen, sind die von Laghoual sämmtlich Handwerker und Industrielle und zählen nur einen Kausinann in ihrer Mitte. Ihre Iiidustrie ist allerdings wenig abwechselnd und noch minder einträglich; sie genügt kaum zu eine»; bescheidnen Lebensunterhalte.-Die Frauen sind nicht weniger fleißig als die Männer; ihre Thätigkeit besteht besonders in Zubereitung wollener Stoffe, woraus die arabischen Kleidungsstücke gefertigt werden. In jedem jüdischen Hanse zu Laghouat findet inannach Berhältniß der weiblichen Familienglieder, einen oder mehrere Nahmen unter den Gaierieen aufgestellt, die alle eine und dieselbe einfache ursprüngliche Bauart haben". W. beschreibt nun diese Aahmen und die Arbeiten der Frauen spcciell und fahrt dann fort: ״Die ganze Arbeit wird uiit der Hand gemacht; eS ist gewissermaßen die Fertigung der GobelinS, ohne deren Bollkommenhcit und Einträglichkeit. Diese Stoffe sind zwar bemerkenSwerlh wegen der Feinbeil und Dauerhaftigkeit deS Gewebes, aber die Bereitung ist so langsam und beschwerlich, daß in einer Woche zwei Arbeiterinnen kaum für 12 bis 15 Francs fertigen können. Die vorbereitenden Arbeiten hierzu siird den jüngeren Frauen anvertraut; die (yiiu'11 spinnen die Wolle mit einfachen Spindeln mit kreiseln versehen, die sich aus dem Boden drehen, während Andere die Gebinde färben und auf eine mir unbekannte Weise ihnen Farben von bemerkenswerther Frische und Dauerhaftigkeit geben. Die älteren Frauen besorgen die Wirthschaft und Küche; an Arbeiterinnen fehlt es wahrlich in keinem jüdischen Hanse, deren jedes eher einen ganzen Stamm als eine Familie enthält. Die wollenen Stoffe find zum Theil für die Familie bestimmt, zunr Theil werden sie von den benachbarten Stämmen, besonders den Beni-Mozab-), gegen Getreide, Obst, Schafe u. s. w. cingctauscht. Geld hat hier zu Lande nur einen sehr beschränkten Umlauf, der Handel besteht fast nur in Tauschhandel." ״Die Männer haben Werkstätten oder vielmehr düstere 2) Dieser Stamm ist nach den neuesten Nachrichten ebenfalls von den Franzosen überwältigt worden. Anm. d. Bcarb.

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