Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 5)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 201 Abschnitt h beleuchtet die inenschlichen Pflichtei, (!עברד,!־ genannt und die Sunden, sowie Lohn und Strafe. - - Nachdem bisber über die Erkenntnis; abgebandelt worden sei, will Vers. nun zum zweiten Hauptgrundsaiz, der Pflicht den göttlieben LLillen zu vollzieben, übergeben. Man ,Nüsse (SSott stets mit reinem Herzen dienen, seiner Allgüte sich stets bewußt sein, weßhalb unsere Weisen die Benedietionen vor jedem Genüsse angeordnet haben, Gott hat uns seine Gebote nicht um seinetwillen geoffenbart, sondern zur Förderung unseres Wohls, um dadurch zur böebsten Seligkeit zu gelangen. Vermögen wir auch den Grund mancher Gebote nicht einzusebeu, so liegt dies an der Unzulänglichkeit unsrer Fassungskraft׳, die (Gebote haben aber in sich eine höhere Tendenz. So ist die Heiligung des Sabbats nicht nur Symbol der Schöpfung ans Nichts sowie Griilnernng an den Auszug aus Ägypten, sondern auch eine Hindeutung auf die (?ristenz einer zukünftigen Welt ewiger Nnbe, wozu wir uns hienieden vorzubereiten haben, wie an den Wocbentagen zur sabbatlieheu Mahlzeit. — Die Bevorzugung Palästina'S und l^'nuablttttg des israelitischen Volkes erklärt er nach der Weise N. Ieluida ba-Levi's im (M,favi; doch meint er, gehöre dieser Gegenstand nicht eigentlieb zum Thema seines Werkes. — Die Hauptsache fei: ״Mutes zu tlnm und 'Böses zu verachten; dies nennen wir Gott äbnlich werden". (>ine Aensiernng P!ato's wird angesübrt, wornaeh das Volk drei Dinge zu wissen nöthig habe, als: 1) Gs gibt einen Schöpfer, der einzig ist und der Alles beschützt und anorduet. 2) Bor Gott bleibt Nichts verborgen. 3) Nicht durch Opfer sondern durch gute Tbaten kann der Mensch das göttliche Wohlgefallen erlangen (worauf, wie Vers.- sagt, auch die beil. Schrift binwcist). Alle Gebote sind von gleicher Wichtigkeit, obgleich Sabbatseier und Beschneidung den übrigen vorgeben. ׳ Von der Rückkehr (1 חשובה nnd vom guten und bösen Triebe. -- Nun gelangt er zur Berge!tungslebre, welches eine der interessanteslen Partieeu des Buches ist. — Alle wahre Vergeltung findet im Jenseits statt. 'Beweise: 1) Ungleiche Verlheilung der irdischen Miifcv. 2) Bei der Vergänglichkeit dieser Welt wäre ja dann die Vergeltung nur vorübergebend. 3) Fn dieser Welt ist altes Gute nur relativ-gut. Glück und Ruhe sind nur leidenSsreie Momente. Ohne Drangsale würde m\\\ den Genuß der Nnbe und des Wohlseins gar niebt elnpsindcn. Darin kann also keine wahre Vergeltung der Tugend besteben. 4) L»!׳׳n und Strafe kann doch erst dann ertheilt werden, wenn der Mensch das Gute oder Böse ganz vollbracht hat. Dies ist aber erst mit Beendigung des Lebenslaufes möglich. (So ist wohl vranktl, Monatsschrift. III. s. 15