Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur neuesten jüdischen Literatur in England
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 6)
- Language
- German
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174 Zur neueftcn jütifefren Literatur in England. Hecken mit ilncn Gesträuchen von wilden!Hofen und Kriechpflanzen, nicht alte Bäume mit mosigeu Litze» zwischen il,ren berabhärigendcn Zweiten laden euch beute ein oder leiten euch durch ihre erhabene Schönheit zum Denken und Beten. Es ist eins der schivermüthtgstett Bilder unserer gegenwärtigcn Stellung, das; wir unser Wben zumeist in dem Kamps und den Grenzen großer Städte znbrrngen, und so geht Jahr auf Jahr Frühling und Sommer hin, ohne das; wir ihre Schönheit oder Heiterkeit fühlen. Kinder Israels, es war nicht immer so! Als Gott unsere Bäter aus Leibeigenschaft und Elend befreite und uns erwählte sein ausgesuchtes Bolk zu sein, da lag es nicht in jener Bestimmung, deren regenbogenc Farben sich über die Wildnis; wölbten und sie beleuchteten. Die in Reben gekleidete» Hügel Judäas, seine nturmclnden Bäche mit in ihrem durchsichtigen Wasser glänzenden Kieseln, seine wogenden Palmen und hohe» Eedern und Blnnteu und Früchte in reichem Ueberslnsse und Bögel mit glänzenden Schwingen und Silbertönen. sein wolkenloser Himmel und krystallische Atmosphäre —. ach, welches Gegenbild zu den jü dischett Vierteln, in welchen tinser Bolk tvohnt! Und das!beben des Arbeiters in Judäa! Der Ackersmann, der Winzer, der Schnitter, der Fischer mit seinem Reu an dem leuchtenden blauen Meere, die Werlstätte auf den Hügeln oder die Hütte in dein beschatteten Thale mit ihren häuslichen Pflichten ob-!regenden Frauen ׳— Diese Bilder erbeben sich vor mir, und ihnen gegenüber «wie niederschlagend!; steht ein anderes Bild, der Kleiderhündler mit seinem bestaubten Sack, der Straßenkrämer mit seiner schweren Trage beweglicher Sachen, die bleiche Rächerin in ihrer Hinterdachstube. Hunderte und Hunbette Armer, alt und jung, cingesperrt zwischen grauen Mauer», sich nach Luft und Lickt sehnend! Doch laßt uns. wie wir uns jent befinden, unser!! Sabbat willkommen heißen. Trauer und betrübende Erinnerungen vcrscheuchen und unfern Tag der Muße und Ruhe bewillkommn!, unsern Tag des Friedens und der häusliche» Freude, des Gebets und der Andacht, des heiligen Gedankens und heiligen Gefühles. Leget nieder den bestaubten Sack, verlasset die schwere Beschäftigung und begrüßet den Sabbat. Eure Seele soll heute frei sein, frei um sich einem sittlichen und geistigen Leben, dem Wahren. Guten und Ewigen zu widmen. Ihr