Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur neuesten jüdischen Literatur in England
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur nciifjlcn lüdlschm Literatur in England 173 sich 6<i dir (Siitflanft verschafft. sum Schweigen gebracht werden; nur die feierliche Stimme. die dir zürnst treu dir selbst und Gott;11 sein, werde gehört. ׳ Greis! der du schwach und müde von den langen Kämpfen des Lebens an dessen Rande stehest, dein Her; fühlt sich diesen Abend jung, jung durch die gesegnete Hoffnung der Unsterblichkeit. Dir ist dieser Sabbat ein Vorbild, ein Versprechen des ewigen Sabbats der Jene erwartet, welche lieben und dienen ihrem Gott; und dein Schlaf wird so ruhig und glücklich sein wie der des Säuglings, der in seinem jungen Leben noch nicht Sorge und .stummer, und nicht Muhen und Elend kennt. Neber dir und über uns allen scheint Gottes Himmel, und über diesem und über uns Allen waltet seine Milde und Liebe, die allezeit und alle» Raum erfüllt. Schlafet, die ihr betrübt seid aus Erden: Er wacht über euch und ihr seid sicher in dieser heiligen Obhut. — Jetzt bricht der Morgen des Sabbats an. Die Sonne begrüße die Erde mit ihren rosigen Strahlen und dringt in Straßen und Gäßchen, in große finstere Häuser und in alte graue Gebäude durch Bogen und Portale, und gibt allen Dingen einen Anblick voll Fröhlichkeit und erneuetem Leben. Ich wünsche ihr könntet den Morgenanbruch sehen, nicht wie hier über hohe Häuser. Giebel und Spitzen, durch eine dichte Atmosphäre gegen die sie zu streiten scheint, sondern ihr Anbrechen über Hügel und Hhäler, wie sie mit ihren Strahlen Alles in ein Lichtmcer kleidet. Ich wünsche ihr könntet die Morgenluft einathmen, nicht durch ein enges Fenster, wohin sie sich durch Höfe und Straßen stiehlt, sondern sie einathmen in der schönen offenen Landschaft, wo sie gleich einem schimmerndeir Ströme hervorbricht, beladen mit der Frische grüner Gefilde, mit dem Wohlgeruche der Blumen, mit dem Gerüche frisch gemähten Grases, oder »och besser, wie sie kommt über die schneeigen Gebirge oder über das heitere Meer. Ich wünsche ihr könntet durch Hecken und Wiesen, unter dem Schatten des Waldes und Gehölzes, durch frühe Primeln und Veilchen wandeln und dort den fröhlichen und feierlichen Morgengesang hören, den die Natur dem Herrn darbringt. Ich wünsche — doch es ist ein eitler Wunsch, denn wir sind cingesperrt in engen Straßen und schmutzigen Plätzen, und nicht Gefilde mit ihrem frisch gemähten Gras, nicht begrenzte