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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 4 · p. Seite 138

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 4
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1854-01-01
Page
Seite 138 (sequence 9)
Language
German
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138 Bilder aus dem Lcbm und Wirken der Rabl'ine». wenn nach einem Beschlüsse vor der Ausführung einer der Senatoren starb, dies als ein Warnmigszeichen angesehen ward, dieselbe zu unterlassen. Die grausame Bersolgung des Trajan wurde vom Procnraror Quietns nur allzupünktlich ausgeführt. Die Juden ertrugen ihre beiden standhaft, und obwohl an eine thatliche Widersetzlichkeit nicht zu denken war. so liehen sie sich dock weder in der Ausübung ihrer O'cjVnc, noch in der Lehre derselben stören und boten sick, wenn sie dabei ergriffen wurden, willig als Opfer dar. Am härtesten inochte sie hierbei die Berläumdung abtrünniger Juden treffen, unter denen besonders Eliscka genannt wird. Dieser, der Lohn eines vornehmen Mannes in Jerusalem, Namens Abuja, wurde vor der Zerstörung des Tempels geboren und mochte nun etwa 60 Jahre zählen, (n־ war eben so berühmt als Gelehrter, wie berüchtigt als Abtrünniger. Man erzählt von ihm, das; er sich viel mit griechischen Schriften befasite, mit denselben sehr vertraut war und das; ihm beim Anhören der Lehrvorträge über das Gesetz oft ketzerische griechische Schriften entfielen, die er stets bei sich trug ff. Infolge davon und der Roth und Bersolgung, unter welchen die Juden seufzten, trennte er sich von ihnen uitd war verworfen genug, sich zum Angeber seiner frühern Brüder herabzuwürdigen. Gr ging am Sabbat mit den Römern in die Bersanunlungen der Rabbinen, bezeichnet«׳ Jeden nach seinem Gewerbe, zwang sic zur Entweihung des Sabbats und benutzte seine Gelehrsamkeit, um ihre Mittel zur Täuschung der Schergen durch eine nur scheinbare Entweihung zu enthüllen und zu vereiteln. In jener Zeit traf die zahlreichen Schüler des R. Akiba das herbe Loos der grausamen Hinrichtung, wozu der Talmud, iinmer bestrebt einen sittlichen Grund anzugeben, als Ursache ihre Uneinigkeit unter sich an gibt ff. Um dem Elende aber nicht ganz 511 unterliegen und das Judenthum 1) Grätz versucht darunter gnostifche Schrift«» und wohl mit Recht. Wenn Kassel de» Homer darunter versieht, so ist cinzuwcnden daß dessen Vectüre bei den Juden nicht für ketzerisch galt; der Ausdruck זטר aber muß nicht gerade ״Gedichte" bezeichnen, spricht -och R. Akiba vom Tatmud וטו בני יום (vgl. oben S. 50). Auch sagt ja der Talmud ausdrücklich, -aß er sich zu viel mit verfänglichen, metaphysische» Dingen ab gab. 2) Jebamot 02.

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