Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 8)
- Language
- German
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137 Bilder aus dem Leben nnd Wirken der Aatbincn. er über einige Fragen, die er nicht zu beantworten wußte, im Lehrhause Aufschluß erhielt, ein Beweis, daß dort eine große Gemeinde mit bedeutenden Gelehrten sich befand. Das! aber nicht die Gelehrsamkeit allein, sondern Erweckung religiöser Begeisterung und nationaler Thciluahme sein streben war, sieht man aus seinen aus Erschütterung gerichteten Barträgen. Er predigte daselbst über die Geschichte von der Siüidslutli, aber die Zuhörer ivcinten nicht; da sprach er über chtob 2-4, 20 mit Anwendung aus die durch Gottes Unwillen verhängten Leiden der Juden und sic vergossen Thranen*). R. Atiba scheint sogar schon heimlich mit Bar Eachba, ehe dieser noch öffentlich aufttat, einig gewesen zu sei» und für ihn geworben zu haben, was seinen Genossen nicht entging. R. Elicser ben Hyrkan, der die Betheiligung des R. Atiba an den so unglücklich nusgefalleiren Ausständen kannte und wohl schlimmes für ihn ahnete, sprach auch auf seinem Todtenbette unter schweren Zeuszern über das hereinbrechende Unglück über Israel seine besonder» Befürchtungen über!)i. Atiba aus. Er machte nämlich, als R. Atiba und seine Genossen während seiner Krankheit ihn in seiner Abgeschiedenheit — er war im Banne — zu Cäsaren besuchten, ihnen den Borwurf, daß sie seine Lehre vernachlässigten und äußerte: Es sollte!»ich wuuder» wenn sic eines natürlichen Todes sterben; und als :)i, Akiba ihn über sein Schicksal befragte, ankivortete er ahuungsschwer: Deines ist noch schiimurer als das ihre'). Auch deutet seine Aeußerung: ״Eine gewaltige Schwüle zieht durch die Welt" lZynhedr. III) aus eine gewitterschwangere Zeit. Auf eine förmliche Verfolgung der Gelehrten weist auch das Referat (Taanit 20) hin, daß, als!)infus die legten Trümmer des Tempels wegschaffeil sollte (wahrscheinlich damit sie nicht etwa zu einer etwaigen Empörung neu befestigt würden), zugleich der Tod des R. Gamaliel zu Januria beschlossen worden, daß dieser aber durch die edle Selbstopftrung des römischen Großen, der ihn im Lehrhause zur Vollziehung dieses Beschlusses forbette, gerettet worden sei. Es wird hierbei, >vie auch bei der oben erzählten Aufopferung des fro>nmen römischen Senators, auf «inen Gebrauch bei den Römern Bezug genommen, daß, 8) Bcresch. Rabba. SS. S. SS. 9) Synhedr. 68.