Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Briefe aus Berlin
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829164-2829168-2852921--01535-2852958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Briefe aus Berlin. <>;־> u'aren. Jahre 1(>7l femicn mm auch einige jürifebo ,"yaimficn ־-■• inem nannte sie die östrcichiscl'en Juden — nach Berlin, erhielten auch t^'rlanhniß zur Abhaltung des!Gottesdienstes im •VMiife, jedoch!vnrde ihnen md't gestattet eine Lvnagoge zu halten, Jede Familie mußte jahrlicl׳ acht Tl'alcr Lchnizgeld entrichten. Bald vermehrte sieh ihre Zahl und 1072 war sie fehoi! סין beträchtlich, daß man ihnen die sogenannten Jndeuhöfe zur Wohnung auwies. Leit dieser -P׳it kennt m<m den großen und den kleinen Judenhos mld die Jndenstrafre zu Berlin. Man horte aber aneh bald die Stande über die ahmo der ^uden klagen und sie auf allerlei LTeise verdäcknigeu, um* jedoch ohne Uno lg hlieh. Ja die Juden seheinen sieh daselhst ziemlieh heimisch gemacht zu haben, da wir zum ersten Male von einen! I!»72 nher die ganze Mark an gestellten Oherrahhiner in der Person des N. Rai in vernehmen. Derselbe stark׳ iin Jahre 10S2. Traurig aber ist es wahrznnchnien, lvie die Judcn srüherer ,Piteil fast uherall bereit U'avon den Druck, den sie von außen her erlitten, sobald er ihnen nur zu athmen gestattete, sofort nach innen gegen ihre Genossen zu kehren. Der 0>rund liegt im Mange! au lnuncht m ihren wahrcn Bortl'eil und in verblendetem, kleinlichen (׳»'igeunune. 21׳ lesen wir in den Annalen der Tut den, daß die zwölf Ael testen der Berliner Jndcnschaft, unter denen besonders die Namen Nies, .Wolf, Lalomon, Model, Traute!, Jakob und Jakob Ahraham fignnren, und die größtentherls selbst östreiebisebe l^rnlantcn waren, im Jahre 107-1 snbmissest heim lAmrsnrstcn ansuchten, ״daß er befehlen möchte, daß sieh Niemand um die Ansehung fremder Juden hemiihen möchte, wenn sie nicht ein von den. Aeltesten unterschriebenes Zengniß, ihrer Thatigkeit wegen, heihringm könnten." Daß dieses!besuch nicht den reellen Zweck haben tonnte, den Unmoralischen, deren Treiben der l^esammtheit verderblich werden tonnte, den Einlaß zn wehren, ist leicht zn errat hon; da ja ohnehin von Leiten der Behörden schon die größte Vorsicht hei der Aufnahme von Judensamilien obwaltete. U׳s war vielmehr nur darauf abgesehen, emestl'eils in ihren! Erwerbe nicht geschmälert, anderntl'eils nicht von Armen belästigt zu werden. Natürlich fand ein solches besuch eine nur allzngünstige Aufnahme. Den 0. Juli 1074 wurde resolvirll ״daß sich die Juden des Bannes enthalten, dagegen' aber dis gnädige ״Verfügung erhalten sollten, hinführo keinen Inden im ganzen ^andc ״aufzunehmen und zu vergleiten, der nicht ein Zengniß von allen in ,,den drei Nestdentien wohnenden Juden heibringen könne."