Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Briefe aus Berlin
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefe auä Berlin. 9/1 indem, ivto von ihnen viihmlcch bezeugt wird, Meiner Me um den Preis seiner Religion dargebotene i^rlaubuiß im Lande zu Meiheit Amiohmcn uroel^e. 2ic waudteu fid) zumeist 1uuh Polen, wo damals Manmir!׳errsclcke. Bald aber machte sied der Mangel au Sd'uhgeldern, sollen und andern Abgaben der Juden fühlbar, und Io!׳arm Georg fand siel׳ im Jahr 15»7a beioogeu, den volniscben Juden in der 1(י aho der iVlavr׳ auf fünf Ja!׳re ein Privilegium zu errbeilen, die freien Iabrinärkte in Brandenburg und Niederlagen zu besnä'en und mit den duivfitrftlictu'n Uutertl'aneu Handel treiben zu tonneu. Im Ialwe 158S wurde dieses Privilegium unter vielen Beschränkungen und mit ausdrücklichem Ausschluß einer bäuerlichen ׳?Niederlassung erneuert. Dafür inusnen sie iährtivh tausend Thal er Tribut in die ebursurstliebe :)lentei erlegen. Dieses Privilegium wurde immer von ,}eit zu Zeit erneuert. Da die Juden jedoeb während des dreißigjährigen Krieges mit der Zahlung säumten, so erlangten sie im Ia!׳r nur durch die Iiirbttte der <<bun'ürstin hlisabetb <׳! יarlotte, und zn׳ar für die dreifache Steiler, ein erneuetes Privilegium. Besonders aber tbaten die Monige von Polen, denen der Handel der Juden vielen Portbeil brachte, erfolgreiche Iürspracbe beim ('burfürsten für deren freien Handel in der Mart. "An einen stetigen Anfentbalt der Inden daselbst war jedoch noch nicht zu denken; vie!1nel׳r entbielt jedes Neseript des großen h'bnrfürsten in Betreff der Inden nur den geschärften Befehl, über die Iernbaltnng derselben und die Ausweisung der unvergleiteteu Inden zu wachen. (vrst im Jahre 1 r>70, als die Juden aus Wien mit großer Härte vertrieben, ihre Svuagoge daselbst geplündert, niedergerissen und in die Leopoldskirebe verwandelt wurde, ilt bereu Aufschrift man u. A. die 'Worte liest: 1 >irut:1 llel>ra<‘0n1m spclunca et cxpulsa corum |K־rti(lia, baten die Armen in ihrer bis zur Verzweiflung sie treibenden Norb den brandenburgiseben Residenten iw Wien, Andreas Neumann, sieh ihrer anzunebmen und den h'hnrfürsten zu bitten, daß er eine Anzahl von ihnen ausnebme. Webmütbig klagten sie, daß ihnen gleichsain der Erdboden verschlossen sei, welchen doch Gott für alle Menschen geschaffen habe, und das; man sie gegen alles Recht so grausam behandle. — Der große hbursürst lieh diesen Bitten der Unglücklichen, in Hr- Wägung der Verödung seines Landes durch dm Mrieg und des Mangels! an <Mcit» und vermögenden Leuten, ein williges Ohr. Besonders haben auch dazu die damals iu chursürstlichen (Gnaden und Diensten stehenden Juden Leimann Gumperz und Salouwn Giiaü beigetragen, die in den damaligen kritischen Zeiten durch Geschick und Einsicht viel Dienste leisteten und alö brauchbare und sehr geachtete Männer wohlbekannt