Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 5)
- Language
- German
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72 Mcccnfioiicn und Anzeigen. 0i1rn־c|K׳ vor;ן ob lieb dem im Icwd ermordeten unschuldigen Zacharias, opfert er Hekatomben von Menschen jedes Alters und Standes. -׳ Ltebren mir von dieser Digression zu dem Mengelschen Buche zuruck, um den Beweis $11 erhärten, 10ie sehr der Hr. Vers. sich frei von dogmatischer Voreingenommenheit gelullten bat. Bei dem Kapitel von der Propl'ezeinng der Geburt des Imanncl, einem Kapitel, an welches sieb bekanntlich die Gbristologie mit aller Macht angeklammert hat, gestebt der Hr. Berf. ein, daß in der Anrede des Propheten, an den völlig Abas durchaus keine Beziehung auf die Geburt des Messias von einer Jungfrau enthalten sei ״und aueb der Prophet mochte nicht daran denken, durch Hinweisung auf ein Ereignisi, welches erst nach sieben Jahrhunderten eintreten sollte, aus einen zum Unglauben geneigten Fürsten irgend einen Gindruck zu machen" (/8. 208). Hr. Ewald übergebt diesen Punkt in seiner Geschichte ganz mit Stillschweigen! Bei dieser Gelegeirinnt gibt der Vers, eine plausible Erklärung, wie die Anwendung prophetischer Stellen ans die neutesiamentliehen Borgange zu betrachten sei, die an der agadischen Handhabung der Schriftverse eine ungefähre Analogie haben durste. — Der beschrankte Na um dieser Zeitschrift gestattet es nicht auf das Neue und Interessante, das dieses Buch bietet, tiefer einziigeben. Der Berf. hat öfter durch das Zurückgebeu alls die Ursprache manchen Thatsacben eine andere Färbnng vindieirt, als sie in der lutherischen Bibel und der vulgaren Auffassungsweise haben. Die Gestaltung der religiösen und politischen Parteien, das Verhalten der Propheten zu denselben, den bald abgewieseuen, bald gesuchten fremden Einfluß ans die Begebenheiten sind in einem klaren, der Würde des Gegenstandes angemessenen Style dargestellt, und durch das Ginflechten von poetischen Stucken und phrophetischen Reden, welche den Gang der Erzählung unterbrechen, wird das Ganze lebendig und anziehend. Hervorbeben wollen wir nnr die tressenden Bemerkungen, daß לד.:, in dem' Verse Iesaiaö 9,0. die Bedentnng Prinz-Infant erlaut de la France habe (S. 277), ferner dasi die Standrede Jeremias von dem Bunde (c. H. f.) sich auf jenen Bnnd beziehe, welchen das Volk unter Iosias nach dem Auffinden des Gesetz- Huches geschlossen hS. 220). Obwohl Res. hier und da die Ansichten des Vers, nicht tbeilen kann, namentlich die Beurtbeilung des EharakterS von David, das Nichtvorhandensein des Pentateuchs in der vorjeremianischen Zeit, den unbeschränkten Einfluß des Parsismus auf das Iudenthum, so verkümmern diese Einzelheiten nicht die Freude am Ganzen. Der Hr. Vers, verspricht in dem Vorwort die Fortsetzung dieses Werkes für die nachexilische Zeit, wobei die Einwirkung des jüdi-