Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 3)
- Language
- German
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70 WccenfuMcn und Anzeigen. wie nicht nunt'cv die Hegel's, £W* und ^ntm> Bauers von der jüdisehen Vorzeit, will der Vers, überwinden Helsen. Der Herr Vers, gibt ferner ein anerkenncnswerthes Beispiel, wie die wadre Leidenschaftlichkeit über den Dunstkreis eingewurzelter Borurtdeile erbebt imb da;u befähigt, auch den! am meisten Verkannten gerecht zu werden. Gegen die Gemeinplätze der Kleingeister, welche die jirdische Ration, ungeachtet ihrer!eibbaftetl Existenz, ihrer Arbeit an einer Neuverjnngung und ihres Selbstbewnsttseins für langst ausgestorben, lind das Iudentbum, ungeachtet seiner innner mehr dem geübten Blicke sich erschließenden Greste und!Göttlichkeit als antiguirt betrachteten, rannrt der Vers, in einer Neberscha« über den ganzen Verlauf der jüdischen Geschichte eine Wahrheit ein, die ans solchem Mmche doppelt beherftgenswertb ist. ״Das Volk aber, aus welchem ״jene Gestalten —• Patriarchen und Heersiibrer, Richter und Könige, ״priesterliche und weltliche Machtbaber, Propheten und Volkörcdner — ״bewertreten, erscheint selbst als das Vorbild einer noch unerfüllten ״Zukunft, als Träger des dunkeln Schildes, linker welchem die well- ״regierende Mackt ihre Ratbschlüsse über das Menschengeschlecht birgt. ״Zum Liebling feines Gottes erklärt und durch überschwengliche Vcr- ״beistungen zur Ergebung in dessen Willen gezogen, wird es ans rauhen ״Pfaden zu einem Ziele geleitet, an welchem seine Erwartungen in ״die schwersten Drangsale ausgehcn, und nur sel'nftichnge Hoffnungen ״für Bilder einer zukünftigen Herrlichkeit Raum finden." (Vorm. 6. IV). Der Verfasser nimmt in diesem Werke, so wie in dem früher erschienenem Werke ״bistorische Lesestücke", dessen größere Halste der Geschichte vom Ursprünge des jüdischen Volkes bis Sau! gewidmet ist, durchweg den kritischen Standpunkt ein, aber man lllust 11'm die Gerechügkeck widerfahren lassen, daß er nicht, wie Hr. Ewald, zweierlei Maße, das eine für die jüdischen und das andere für die christlichen Bekenntnistschrisrcn anwendet. Bei Gelegenheit der Ermordung des 'Propheten Zacharias Sohnes Jojada dlrrch dell König Aoas, fonunt der Vers, auf den Ausspruch Jesu bei Matthäi 23, 35 zu sprechen. Das Evangelium legt nämlich Jesu die'Worte in den Mund״ '׳damit über Euch komme das auf Erden vergossene Blut, von dem Blute des gerechten Abel bis ans das Blut Zacharias des Sohnes Berachia,- den ihr zwischen dem Heiligthume und dem Altar ermordet habet." Der byperkritische Ewald, der für die alttestamentliche Literatur nicht genug Bearbeiter und ttekrarbeiter auftreiben kann und sie einem gewaltsamen Verjünguttgspwzeß. unterwirft, kann sich ans dem rreutestamentlichen