Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Briefe aus Mähren
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 3)
- Language
- German
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5)8 Briefe and Mähren. sic auch numerisch der zu Niekolsburg nach stellt. Bildung Wohlhabinbeit und ein bedeutender Handel fiiit1 dort zu finden, Auch Schule und Synagoge verrathen daselbst ein kräftiges Leben; die erstere steht unter einem tüchtigen Direetor Herrn B. Porges aus Prag, und die!entere wird von einem jungen strebsamen Rabbiner Herrn Schmiedl geleitet, der in seiner Wemeindc sehr geachtet ist und noch viel Treffliches erwarten läßt. Aus der Jugend Prostnitz's gingen schon Aerzte, Juristen, Künstler und jüdische «belehrte hervor. Auch ist der (Gemeindearzt l)v. Brecher ein Epigone jener jüd. Aerzte, welche außer ihrem Berufe auch der indischen Wissenschaft obliegen. $1 ikoIsburg, das civca 700 jüdische Familien zahlt und ein Wymnasiuin bat, tonnte viel leisten, wenn nicht das Rabbmat seit dem Abgang Hirsch's vor- UMijt wäre. Als alter Sitz der Landes rabblner zeichnet es sich durch Frömmigkeit aus, worin die «Gemeinden zu Holleschau und Leipuick mit demselben wetteifern. Wut orgainsirt sind die kleineren Gemeinden zn Waya, Loschitz, Lundenburg und Strastnitz. Durch sehr ge- Lebrte Rabbiner glanzen die Gemeinden zu Leipuick, Boskowitz, Hol lesebau, Trebitseb — dessen Rabbiner R. l^'baj. Pol lack der Kommentator des ״Akeda" ist -״ und 0׳ tbenseh in. Der in Altona erscheinende ״Schomer Zion ha- Neeman" bat unter diesen seine gelebrtesten Mitarbeiter ans dem (Gebiete talmudiseher O'asnlstik. Auch gibt es in einzelne l^emeindcn tüchtige Vertreter des jüdischen Wissens nur Pterivatleuteu, deren Reihen aber auch allmalig sich lieaten. l^'s Ware im Interesse des Judenrbnms und seiner Wissensebast zu wünscheu, daß die Rabbiner als Träger jüd. Wissens dasselbe bei der auswachsenden Jugend erhalten und sich nicht von dem Geschrei derer rerleiten lassen möchten, die alles Heil von ciiu'm deutschen Religionsbuch mit^ Krug'seher Philosophie oder von einer rationalistischen biblischen Geschichte oder von einer Predigt hoffen. Die Nachwelt wird cs den mabrischen Rabbinern der (Gegenwart Dank wissen, wenn sie den Spruch unsrer Alten: ״Stellet viele Schüler aus" beberzigen und dahin streben werden, das; die Jugend ihrer (vcmeiiit'en nicht das Bue-Zion oder irgend ein anderes neueres Religionsbuch als Orakel betrachten, die immer zu Ratbe gezogen werden müssen. Die Jesehibot habe;; zum Theil aufgebört; mögen die mabrisehen Rabbiner daher der einheimischen Jugend ihre Sorgfalt widinen, da leider auch in Mabrcn die Kenntuiß des Hebräischen und der hebräischen Literatur in Abnahme begriffen ist. Am Schluffe unseres Berichtes wenden wir uns zum Landrabbinate. Sowohl die ursprüngliche Intention der Negierung, wie auch